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Vom Umgang mit Reichtum

Vom Umgang mit Reichtum

In der öffentlichen Wahrnehmung wird ein Reicher oder Vermögender oft als Profiteur gesehen, der wohl den weniger Begüterten diesen Reichtum in irgendwelcher verschlungenen und undurchsichtigen Weise weggenommen hat.

Im Hinterkopf der Öffentlichkeit bleibt hängen, dass wohl etwas mit diesem Reichtum nicht mit rechten Dingen zugegangen ist. Verfolgt man die Medien aufmerksam, kann diese öffentliche Wahrnehmung gerade am Beispiel vieler Oligarchen oder Despoten auf dieser unserer Erde, vieler korrupter Politiker und Geschäftsleute eindrucksvoll bestätigt gefunden werden. Dieser erschlichene und ergaunerte Reichtum ist wohl wirklich eine Schande, unsozial, unmenschlich und unchristlich.

Aber es gibt auch einen anderen Reichtum. Vermögen, das seit Jahrhunderten vorhanden ist, redlich verwaltet wird und hoffentlich solide in die Zukunft geführt werden kann. Reichtum kann also auch ein Teil der gesellschaftlichen Einrichtung sein, Teil unseres Gemeinwohls, an dem viele Menschen partizipieren können. 

Ein oft zu hörender Satz bei uns im Ennstal lautet auch: Das Stift Admont ist reich! 

  • Ja, wir schauen zurück auf eine reiche Vergangenheit seit 1074 mit vielen Höhen und Tiefen, mit vielen schönen und schwierigen Zeiten in der Urbanisierung unserer Region. Wir schauen aber auch zurück auf die hohe Verantwortung, die all unsere Vorgänger im Stift in ihrer Zeit getragen haben. 
  • Ja, wir sind reich an Verantwortung gegenüber Mitarbeiterinnen und Mitarbeitern. Wir schätzen und würdigen sie. Wir leben mit ihnen im gemeinschaftlichen Verbund und der gleichen Aufgabe.
  • Ja,  wir sind reich an Aufgaben gegenüber der Region und der Gesellschaft, wir sind aber auch reich im Tun. Gerade in der Entwicklung der Region kann das Stift Admont in der Vergangenheit und Heute zeigen, wie ernst und wichtig dem Stift diese Aufgabe ist. Nicht alles kann das Stift Admont bewirken und umsetzen. Die Eigeninitiative des Einzelnen und der Gemeinschaft ist zumindest gleich hoch gefordert.
  • Ja, wir sind reich an hochqualifizierten und verantwortungsbewussten Führungskräften, die es als ihre berufliche Lebensaufgabe sehen, dem Stift, den Menschen und der Region zu dienen. Vermögen muss verwaltet werden; nur so kann es erhalten bleiben und Erträge abwerfen. Eben jene Erträge, die wir zur Finanzierung der vielen Aufgaben des Stiftes brauchen.
  • Ja, wir sind reich an hochmotivierten Schülerinnen und Schülern, die in unserer Schule bis zur mittleren Reife geführt werden. Reich an vermittelter Bildung für unsere Jugend, die wiederum die Basis für den Wohlstand der Gesellschaft in der Zukunft ist.
  • Ja, wir sind reich an Bitten und Anfragen von vielen Seiten, in- und ausländischen, denen wir sozial und caritativ, materiell und finanziell helfen können. So unterstützen wir zum Beispiel tatkräftig und wesentlich ein benediktinisches Priorat in Brasilien beim Aufbau einer landwirtschaftlichen Schule in einer Region, wo es sonst keine weiterbildende Schule gibt.

Reichtum kann also auch eine positive Seite haben, nämlich dann, wenn das Kapital eine humane Funktion erfüllt. Derjenige, der das Kapital hat, muss es im Sinne des Gemeinwohls einsetzen, um Arbeit für Menschen zu schaffen, damit diese auch ihren Lebensunterhalt verdienen können. Er muss es weiter einsetzen, damit es in seiner Wirkung dem Gemeinwohl dient, sei es sozial, kulturell, geistlich oder geistig, schulisch oder betrieblich. Die wirtschaftliche Stärke des Stiftes Admont ist so auch seit Jahrhunderten die Basis dafür, die vielfältigen Aufgaben selbständig und ohne Hilfe durch den Staat erfüllen zu können. So trägt die Wirtschaft des Stiftes wesentlich dazu bei, das Leben in seiner religiösen, kulturellen und materiellen Dimension zu fördern. Wenn wir Reichtum also so verstehen, kann man dem Reichtum oder dem Vermögen auch gute Seiten zuschreiben.

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