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Bibliotheksbestände

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Ein Kloster ohne Bibliothek ist wie eine Festung ohne Rüstkammer!

Handschriften

„Ein Kloster ohne Bibliothek ist wie eine Festung ohne Rüstkammer“.

Dieser Spruch hat durchaus seine Berechtigung: denn die Bücher waren seit jeher das geistige „Rüstzeug“ der Ordensleute. Sie wurden für Liturgie und geistliche Lesung ebenso benötigt wie für wissenschaftliche Belange, für Unterricht und Verwaltung.

Die Geschichte der Admonter Stiftsbibliothek beginnt bereits mit der Klostergründung im Jahre 1074. Es kann als sicher gelten, dass die kleine Mönchsschar aus Salzburg, die im Herbst 1074 das klösterliche Leben in Admont aufnahm, bereits einen Grundbestand an Büchern aus dem Mutterkloster St. Peter mitgebracht hat. Dazu kamen sehr frühe Bücherschenkungen des Klostergründers Erzbischof Gebhard von Salzburg.

An erster Stelle ist hier jene dreibändige Riesenbibel aus der Zeit um 1070 zu nennen, die der Klostergründer selbst an seine Lieblingsstiftung Admont übergeben hat. Aus der gleichen Epoche stammt ein Evangeliar mit prächtig ausgestatteten Buchmalereien. Ab der Mitte des 12. Jahrhunderts verfügte das Stift Admont über eine eigene Schreibstube (Skriptorium), in der sowohl für den eigenen Bedarf als auch für andere Klöster zahlreiche Bücher hergestellt wurden.

In der Zeit um 1300 hat Abt Engelbert, der wohl vielseitigste Gelehrte in der Stiftsgeschichte, den Buch-Bestand mit einer großen Anzahl eigener Werke vermehrt. Nach der Erfindung des Buchdruckes erhöhte sich die Zahl der Schriftwerke sprunghaft. Am Ende des 16. Jahrhunderts dürften schon mehr als 3.000 durch die Druckerpresse hergestellte Bücher in Admont gewesen sein.

Bibliotheca universalis
Von der Vielfalt einer mittelalterlichen Büchersammlung

Keimzelle der Admonter Stiftsibliothek sind jene kostbaren Bibel-Handschriften, die bereits der Klostergründer im Jahre 1074 den Mönchen übergeben hat. „Die Bibel“ ist eine Sammlung von mehr als 70 Büchern aus einem Zeitraum von über tausend Jahren. Der heilige Benedikt hat die Bibel in seiner Regel als die „Bibliotheca“ schlechthin bezeichnet. Um diesen Kern der Klosterbibliothek wuchs schon bald eine stattliche Sammlung von Kodizes heran. Diese wurden zum Teil im eigenen Skriptorium geschrieben, zum Teil auch durch Schenkung, Tausch und Kauf erworben.

Bereits im Zuge der „„Admonter Reform“ im 12. Jahrhundert lassen sich deutliche Konturen einer „Universalbibliothek“ erkennen: Neben einer großen Zahl von theologischen und historiographischen Werken waren damals auch schon einige wichtige Schriften von Autoren der „heidnischen“ Antike, sowie naturkundliche Literatur und Hauptwerke der Rechtsgelehrsamkeit vorhanden.

Dieser Bestand erfuhr in der Folge eine bedeutsame Erweiterung in allen genannten Sparten und eine zusätzliche Ergänzung durch Nachschlagewerke, philosophische Schriften und vor allem durch medizinische Bücher, sodass die Bibliothek schon bald sowohl das Spektrum der „Freien Künste“ als auch der klassischen Fakultäten abdeckte. In der gut bestückten Admonter Büchersammlung war damit ein beachtlicher Teil jenes Wissens verfügbar, das ansonsten nur in den städtischen Bildungszentren zugänglich war.

Die Vielfalt der „neuen “ Bibliothek im Spiegel der „alten“ Bibliothek

Die mittelalterliche Bibliothek nimmt in ihren inhaltlichen Schwerpunkten bereits die thematische Gliederung der neuzeitlichen Bücherschätze im großen Bibliothekssaal vorweg. Die Aufstellungssystematik der Bücher erfolgt in der Bibliothek des 18. Jahrhunderts in drei Teilräumen. Dort ist der umfangreiche Bestand an gedruckten Bänden in dreizehn Abteilungen gegliedert. Im Vergleich mit der Zahl der mittelalterlichen Kodizes ist er fast um das Hundertfache größer. Die Vitrinen des ebenfalls dreiräumigen „Handschriften-Raumes“ sind derart dimensioniert, dass darin genauso viele Bücher ausgestellt werden können.

Im südlichen Flügelsaal sind sechs Bestandsgruppen aus den „weltlichen“ Wissensgebieten zu finden: Medizin, Naturwissenschaften und Weltgeschichte sowie Zivilrecht, Klassiker und Nachschlagewerke. Im nördlichen Flügelsaal stehen die Bücher von fünf theologischen Disziplinen: Kirchenrecht, Erbauungsliteratur und Predigtwerke sowie Kirchengeschichte und systematische Glaubenslehre. Die im Mittelraum aufgestellten bibelkundlichen Werke und die Ausgaben der Kirchenväter stehen damit natürlich in einem inneren Zusammenhang.

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