Ausstellungen 2015

Feuer & Flamme

Vom Admonter Stiftsbrand 1865 bis heute

22. März bis 1. November 2015 (zu den Winteröffnungszeiten lediglich im Museum für Gegenwartskunst noch zu besichtigen, Ausstellung in der Säulenhalle nicht mehr geöffnet!)

HP Erdgschoss (2)

Die Jahresausstellung 2015 wurde vom verheerenden Brand im April des Jahres 1865 initialisiert. Diese Katastrophe übertraf alle Schicksalsschläge in der seit 1074 währenden Geschichte des Stiftes Admont. Sie jährte sich 2015 zum 150sten Mal.

Wertvollste Sammlungen vernichtet

Stiftsbrand2Der Brand zerstörte große Teile des Ortes Admont und nahezu das gesamte Stift samt der Stiftskirche. Wertvollste Sammlungsbestände aus den verschiedensten Bereichen wurden ebenfalls vernichtet. Der Bibliothekssaal und dessen Bücherbestand konnten gerettet werden. Das aus dem 17. Jahrhundert stammende „Altgebäude“ wurde völlig abgetragen. Die drei großen Trakte des „Neugebäudes“ wurden weitgehend wieder instand gesetzt. Der Wiederaufbau blieb jedoch fragmentarisch.

Konsequenzen des Feuers

Schiffer 1840 KleinUnter dem Titel „Feuer & Flamme. Vom Admonter Stiftsbrand bis heute“ machte die Sonderausstellung die für das Kloster so bedeutenden Ereignisse von damals wieder nachvollziehbar. Sie erörterte auch deren weitreichende Konsequenzen. Zwei davon seien hier genannt: Als erster großer neugotischer Sakralbau Österreichs wurde die Admonter Stiftskirche auf den alten Fundamenten neu errichtet. Und Pater Gabriel Strobl hat im Zeitraum 1866-1906 nach der Zerstörung des Naturalienkabinetts das Naturhistorische Museum geschaffen.

Sonderausstellungs-Überblick

HP Feuer Erdgeschoss (1)Ausgangspunkt des Rundganges durch die verschiedenen Bereiche der Sonderausstellung war die barocke Säulenhalle im Erdgeschoss. Dort hieß es: Plötzlich erscholl der Schreckensruf: “Das Stift brennt!” Anhand von verschiedenen Exponaten, wie Bildern, Bauplänen, Archivalien und Gegenständen aus dem „alten Stift Admont“, wurde das Klostergebäude vor dem Brand und während der Katastrophe nachgezeichnet.

Ein Video und die Zusammenschau von bisher nie gezeigten Exponaten ließ eine Vorstellung von den Dimensionen der Zerstörung, von der Komplexität der Umwälzungen und von den Herausforderungen des Wiederaufbaues gewinnen. Auch die historische Brandbekämpfung wurde thematisiert. Leihgaben von regionalen Feuerwehrverbänden (von den Freiwilligen Feuerwehren Admont, Ardning, Frauenberg, Hall und Weng) ließen es in der Ausstellung lebendig knistern.

FLI.Stammel, Universum, Stereoskopisch, 1860
Historische stereoskopische Aufnahme aus dem Jahre 1860 der beim Stiftsbrand abgebrannten Skulptur “Universum” von Josef Stammel

Zahlreiche historische Ansichten des Ortes und des Stiftes vor und nach dem Brand, darunter stereoskopische Aufnahmen aus dem Jahre 1860 (also 5 Jahre vor dem Stiftsbrand!) ließen ein ganz neues Bild vom Stift und vom Ort Admont entstehen.

NHM, StroblWie Phönix aus der Asche haben sich die Betroffenen aus diesem Untergangsszenario heraus wieder kraftvoll in eine neue Zeit erhoben. Die 80.000 Herbarien-Blätter, über 250.000 Insekten, die Mineralien und Gesteine sowie die zahlreichen weiteren Präparate des Naturhistorischen Museums verdeutlichten die aus heutiger Sicht unglaublichen Leistungen von P. Gabriel Strobl. Die Flammen und das Naturhistorische Museum waren lebensbestimmend für diesen außergewöhnlichen Menschen. Selbst im Unglück liegt immer noch ein Rest von Hoffnung auf ein erfolgreiches Wirken mit einer ehrenvollen Zukunft.

Im Handschriftenraum wiesen wertvolle handgeschriebene und kunstvoll verzierte Schriften auf die beiden Grundelemente menschlichen Lebens hin: Feuer und Wasser.

Im Kunsthistorischen Museum ging die Präsentation der gottesdienstlichen Kleider, der Paramente, in farblicher Hinsicht auf das brennende Element ein. Im Feuer vergoldete Kelche und Monstranzen ergänzten diese Themenwahl.

GegenwartskunstDer Bereich Gegenwartskunst ging den „Aspekten des Feuers“ in Malerei, Skulptur, Grafik, Foto- und Videokunst der seit 1997 im Aufbau befindlichen hauseigenen Sammlung nach. Das Phänomen Feuer in der Kunst ist ein erstaunlich vielseitiges! In dieser Ausstellung fanden sich konkrete und metaphorische Darstellungen des Feuers. Es ging auch um Kunstgeschichte des Feuers, so etwa um das rote und das brennende Bild. Und es wurden Themen wie brandgefährliche Ideologien (Gedenkausstellung Hannes Schwarz), Umweltzerstörung und Katastrophenszenen zur Diskussion gestellt. Ebenso wurde deutlich: Es gibt auch vor Schaffenskraft brennende und nahezu verbrennende Künstlerinnen und Künstler.

Wie die Inbrunst des Glaubens, so hat aber auch die Leidenschaft des Sammelns selbst mit Feuer & Flamme zu tun; ebenso wie die Begeisterung für eine Sache oder für eine Idee, die wiederum selbst zündend sein kann.

Vielleicht sprang auch auf Sie ein Funke über – womöglich ein inspirierender.

Fotogalerie zur Ausstellung Feuer & Flamme

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Links zu den verschiedenen Ausstellungsbereichen:

HP Feuer Erdgeschoss (1)

Säulenhalle, “Das Stift brennt!” – Stiftsbrand 1865

Naturhistorisches Museum

Die Flammen und das Naturhistorische Museum

Kunsthistorisches Museum

“Feuer und Flamme” im Kunsthistorischen Museum

St 03

“Die Hölle” von Josef Stammel in der Stiftsbibliothek

Der Handschriftenraum

“Feuer und Wasser” im Handschriftenraum

HP Dieter Preissl . Michael Kienzer . Herbert Brandl

“Aspekte des Feuers” im Museum Gegenwartskunst

Schwarz Admont 1

Brandgefährliche Ideologien – Gedenkausstellung Hannes Schwarz

Weitere News im Museum in der Saison 2015

Bury Galadiner2

Künstlerische Intervention im Kunsthistorischen Museum: Götz Bury, Galadiner

NP Raum

Ausstellungskooperation mit dem Nationalpark Gesäuse im Naturhistorischen Museum

 

Siehe auch weiter zu den vergangenen Ausstellungen!