Pfarre St. Gallen
Die Pfarrkirche zum hl. Gallus, wenige Schritte abseits des stimmungsvollen Marktplatzes gelegen, stellt sich als Verbindung von spätgotischem (barock erweitertem) Gotteshaus und barockem Kirchturm dar, der zum weithin sichtbaren Wahrzeichen des Ortes geworden ist.
Der schon äußerlich ansehnliche spätgotische Kirchenbau mit Strebepfeilern, Treppentürmchen und barocken Zwiebelhelm besitzt einen bemerkenswerten Innenraum. Prägend sind besonders die reichgestalteten spätgotischen Netzrippengewölbe mit Vierpassfiguration in den östlichen Langhausjochen und das kunstvolle Schlingrippengewölbe mit seinem sechsstrahligen Mittelstern im westlichen Chorbereich. Barock sind dagegen die Platzlgewölbe im westlichen Langhausjoch und im östlichen Chorjoch.
Chronik
* Um 1150 Errichtung einer Kirche zu Ehren des hl. Gallus „in Silva“ (im Wald) durch den königlichen Ministerialen Gottfried von Wetternfeld und Übergabe an die Benediktinerabtei Admont, mit großzügiger Dotierung und reicher Ausstattung. Nach dem Willen des adeligen Gründers sollte hier stets eine kleine Mönchskommunität die Seelsorge an der einheimischen Bevölkerung und an den Durchreisenden versehen.
* 1152 Weihe der Kirche und Ausstattung mit Pfarrechten (Taufe, Begräbnis) durch Erzbischof Eberhard I. von Salzburg; zu dieser Diözese gehörte St. Gallen in der Folge bis zur Neuordnung der kirchlichen Strukturen unter Kaiser Joseph II. (1785). – St. Gallen wurde später zur Mutterpfarre von vier weiteren Seelsorgestellen.
* 1515-1523 Spätgotischer Neubau der Kirche, vielleicht durch den in Diensten des Stiftes Admont stehenden Baumeister Polhaymer. 1523 Weihe des Gotteshauses durch den Admonter Kommendatarabt Christof Rauber, der zugleich Bischof von Laibach und Seckau war. Die Pfarre war damals noch für das gesamte Gebiet der admontischen Herrschaft Gallenstein zuständig und mit zumindest vier Priestern besetzt; die Kirche besaß zur Zeit der Weihe fünf Altäre.
* 1736-1740 Barocke Erweiterung nach Osten und Westen, nach ursprünglichen Plänen von Jakob Prandtauer, Baumeister des Stiftes Melk (NÖ), ausgeführt von Hans Retschitzegger. – Auf dem Territorium der Pfarre waren bis dahin bereits drei Seelsorgestellen neu errichtet worden. In St. Gallen wirkten nunmehr ein Pfarrer und ein Kaplan (der letzte Posten bestand in der Folge noch bis 1975).
* 1753 Errichtung des östlich an das Presbyterium angebauten Kirchturms mit seinem charakteristischen Zwiebelhelm durch den Kitzbühler Baumeister Kassian Singer. Damals erfolgte auch eine weitgehende Neugestaltung der Inneneinrichtung (Seitenaltäre, Kanzel) und der Bau der nördlichen Seitenkapelle.
* 1818 St. Gallen wird zum Dekanat erhoben.
* 1891-1910 Ausstattung der gotischen Kirchenfenster mit figuralen Scheiben in spätnazarenischer Manier durch die Tiroler Glasmalerei (Innsbruck).
* 1910 Durchgehende Außenrenovierung.
* 1931/32 Renovierung des Kirchturmes.
* 1952 Anschaffung eines neuen vierstimmigen Stahl-Geläutes von der Glockengießerei Bochum.
* 1966 Abtrennung des Laussinger Teiles der Pfarre St. Gallen und Pfarrerhebung der neuen Pfarre Unterlaussa.
* 1973 Aufhebung des Dekanates St. Gallen und Zusammenlegung der drei Dekanate St. Gallen, Rottenmann und Admont zu einem neuen Dekanat Admont.
* 1977 Umfassende Renovierung des Kircheninnenraumes.
Sehenswürdigkeiten
Hochaltar: Mächtiger Aufbau aus rotem Stuckmarmor, spätbarock mit klassizistischen Anklängen; Altarbild mit Darstellung Mariae Himmelfahrt von Martin Johann Schmidt („Kremser Schmidt“) von 1782. Die beiden Statuen stellen den hl. Gallus (Kirchenpatron) und den hl. Blasius (Patron des Stiftes Admont) dar.
Seitenaltäre: In der Mitte des 18. Jahrhunderts errichtet, mit bemerkenswerten Altarbildern, Bartolomeo Altomonte zu geschrieben (von ihm stammen auch die Deckenfresken im Bibliothekssaal der Benediktinerabtei Admont). An der Nordseite Altar des hl. Ignatius von Loyola, an der Südseite Altar des hl. Franz von Assisi. Die Engel am Ignatius-Altar stammen vielleicht vom Admonter Stiftsbildhauer Josef Stammel (1695-1765).
Josefskapelle: Im Norden an das Langhaus angebaut, Mitte des 18. Jahrhunderts, mit Gruft des Stifters Josef Lebersorg; Altar mit Bild „Tod des hl. Josef“.
Empore: An der Westseite auf zwei Pfeilern über die ganze Kirchenbreite, barock, zweigeschossig: die untere mit vorschwingender Brüstung, auf der oberen die Orgel (Prospekt von 1797, Werk von 1898).
Wappen: Vorne im Langhausgewölbe großer, ovaler Schild mit Wappen des Stiftes Admont (zwei Rauten) und des Abtes Antonius von Mainersberg, 1739. – Außen am Turm Wappen des Abtes Matthäus Offner, 1753.
„St. Gallener Kindl“: Bekleidetes Jesuskind aus Wachs, um 1830/1840, als Gnadenbild verehrt, in einem Glasschrein mit vergoldetem Rahmen und silbernen Quasten, an der nördlichen Chorwand. Nach der Legende handelt es sich um eine ehemalige Krippenfigur, die in der Mehltruhe eines armen alten Ehepaares für wunderbare Mehlvermehrung gesorgt habe.
Votivbild: Typisches Biedermeier-Gemälde, ebenfalls an der nördlichen Chorwand, gestiftet von den St. Gallener Bürgern als Dank für den glimpflichen Verlauf eines Brandes am 9. April 1845, mit Ansicht des Marktes.
Gotisches Relief: Hochrelief mit der Darstellung der Beweinung Christi, um 1520 , an der südlichen Chorwand.
Fresken: Außen an der südseitigen Langhauswand überlebensgroßes Christophorus-Fresko aus dem 1. Drittel des 16. Jahrhunderts, darunter Ölbergszene, um 1530.
Patrozinium der Kirche: 16. Oktober
Die Kirche ist St. Gallus geweiht, der aus Irland stammte und als Glaubensbote am Bodensee wirkte, gestorben um 645;
REKTORATSKIRCHE St. Hemma in Weißenbach/Enns
1968 wurde in der zum Pfarrgebiet gehörenden Marktgemeinde Weißenbach an der Enns ein kleine Filialkirche errichtet, die der Hl. Hemma von Gurk, der Stifterin des Admonter Klosters, geweiht ist. Zweimal im Monat wird in Weißenbach eine Sonntag-Vorabendmesse gehalten.
Gottesdienstzeiten:
Mittwoch: 18.00 Uhr
Freitag: 09.00 Uhr
an den Samstagen abwechselnd:
17.30 Uhr (gerade Wochen) in Weißenbach (Filialkirche St. Hemma)
17.30 Uhr (ungerade Wochen) in der Pfarrkirche St. Gallen: Hl. Messe im überlieferten Ritus
Sonntag: 09.00 Uhr
Kontakt:
Röm.-kath. Pfarramt St. Gallen
8933 St. Gallen, Kirchenviertel 25
Tel.: +43 (0) 3632/292
Fax: +43 (0) 3632/292
st-gallen@graz-seckau.at
Kanzleistunden:
Mo und Di von 13.30 – 17.30 Uhr
Fr von 08.30 – 11.30 Uhr






