Gegenwart im Naturhistorischen Museum

28. März - 07. November 2010

Die Beschäftigung mit profanen Wissenschaften hatte seit jeher ihren Platz in Admont, wovon schon das „Naturalien-Cabinet“ zeugte, das es schon im 17. Jahrhundert im Stift gab. Auch das zweite Deckenfresko Altomontes in der Bibliothek verweist mit allegorischen Figuren auf die Bedeutung der Naturwissenschaften.

Das heutige Naturhistorische Museum ist das Lebenswerk von P. Gabriel Strobl, der nach dem verheerenden Stiftsbrand 1865 in über 40 Jahren eine riesige naturkundliche Sammlung aufbaute. Strobl (1846–1925), trug über 100 Säugetierarten, 1.100 Vögel, 226 Reptilien, 9.200 Schalen- und Weichtiere zusammen und erstellte drei Herbarien mit etwa 28.000 getrockneten Pflanzen. Seine besondere Leidenschaft galt aber den Insekten, wo der Forscher noch in den kleinsten Exemplaren das Geheimnis und die Schönheit der Schöpfung erkannte. Die Insektensammlung umfasst die unvorstellbare Zahl von 252.000 Insekten aus 57.000 Arten. Der optisch interessanteste Teil dieser Kollektion ist als Schausammlung in dem Insektenraum zu sehen, mit dem auch die wissenschaftliche Leistung P. Gabriel Strobls gewürdigt wird.

Eine Besonderheit des Naturhistorischen Museums betrifft die Präsentation der Exponate: Moderne Inszenierungen stehen in einem spannenden Dialog mit der historischen Ausstellung, die auf P. Gabriel Strobl zurückgeht. Verblüffend ist die Sammlung heimischer Früchte, die der Obstbau-Experte P. Constantin Keller (1778–1864) erstaunlich genau aus Wachs nachbildete. In einer geschwungenen Vitrine präsentiert, sind diese falschen Früchte eine Besonderheit, die ihresgleichen sucht.

Im so genannten „Löwenzimmer“ bevölkern exotische Tiere wie Großkatzen, Warzenschweine, Affen und Vögel die historischen Vitrinen. Heimische Arten der Alpenwelt birgt der Südostpavillon. Die Palette der Tiere reicht vom Murmeltier über den Braunbären zum Luchs. Nicht weniger bewundernswert ist die große Mineralienkollektion, welche über 5000 Stücke aus allen fünf Erdteilen umfasst.

Bis 16. Mai 2010 sind u. a. auch die Insektenscherenschnitte von Lisa Huber mit der Klanginstallation von Tanja Hemm zu sehen und hören.

Im Rahmen der Ausstellung "play Admont" der steirischen Regionale 10 wird u. a. im Naturhistorischen Museum das Werk von Thomas Baumann "mothernaturemade" ausgestellt (ab 3. Juni 2010).


Hier kommen Sie zur Übersicht der Ausstellungen 2010!









 

DRUCKEN
Wachsobst
Wachsobstfrüchte von P. Constantin Keller
Käfer
Eine beeindruckende Schau von Käfern