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INSEKTEN

INSEKTEN

von Lisa Huber

Bestens über die Jahre bewährt hat sich der Raum für Künstlerische Intervention im Kunsthistorischen Museum. Ein Raum der Resonanzbeziehungen, ein spezieller Dialog-Ort des Sakralen mit dem Profanen, des Erwarteten mit dem Unerwarteten. Transformationen und Prozesse. Die bisher eingeladenen KünstlerInnen überraschten immer wieder aufs Neue – mit ihren unglaublich vielschichtigen und komplexen künstlerischen Lösungen in ihren Bezügen zum aktiven Stift Admont mit seinem über 945-jährigen kulturellen Gedächtnis.

In der Saison 2020 wird der Raum mit Papierschnitten zum Thema „Insekten“ von der Künstlerin Lisa Huber gestaltet. Aufmerksamen Gästen erschließt sich sofort, dass diese Rauminstallation Bezug auf die aus 252.000 Insekten bestehende Insektensammlung im stiftischen Naturhistorischen Museum von P. Gabriel Strobl nimmt.

Nachdem Lisa Huber davor primär mit großen Holzschnitten beschäftigt war, wendet sie ab 2004 eine neue Technik an: den Papierschnitt. Grund dafür war ein schwerer Unfall mit nachfolgender Rehabilitation. In dieser Phase begann die Künstlerin, kleine Kupferdruckpapiere unterschiedlicher Größe mit Papierklebeband zu großformatigen Arbeiten zusammen zu fügen. Diese bildeten den Fond für darüber gelegte Papierschnitte. Der motivische Ausgangspunkt für die zahlreichen folgenden Papierschnitte findet sich im “Rhinozerus“, einem Holzschnitt von Albrecht Dürer aus dem Jahre 1515. Das sich daran anlehnende Papierschnitt-Frühwerk von Lisa Huber, ein großformatiges Nashorn aus dem Jahr 2004, befindet sich ebenfalls in der Sammlung des Stiftes.

Lisa Huber hat sich vor geraumer Zeit auch in der Admonter Stiftsbibliothek nach Tiermotiven umgesehen. Eine Inspirationsquelle fand sie hier u. a. in einer Ausgabe von Conrad Gessner‘s (1516-1565) „Thierbuch“ aus dem Jahre 1669 (Historia animalium, 1551-1558). Dieses stellt einen wahren Fundus an zahlreichen, heute als Fabeltiere geltenden Tieren dar, etwa dem Einhorn, das Lisa Huber danach auch künstlerisch grandios umgesetzt hat. Konstruiert sind die Papierschnitte aus mehreren übereinander gelagerten Schichten von Wachspapier. Ihre Transparenz ermöglicht je nach Platzierung, Verschiebung und Dichte der Schichten virtuos von der Künstlerin eingesetzte Licht-Schatten-Effekte, Oberflächen- und Tiefenwirkungen.

In der Darstellung geht es Lisa Huber nicht um naturalistische Nähe, sondern, den historischen Vorbildern folgend, um Abstraktion, Schematisierung und nicht zuletzt um Ornamentalisierung. Einen weiteren Papierschnitt aus dem Jahre 2005 von Lisa Huber können Sie im Stiegenhaus zwischen dem Erdgeschoss und dem 1. Obergeschoss des Museums sehen - ein überlebensgroßes, gewaltige 3,7 Meter langes Krokodil.

Chronologie der Künstlerischen Interventionen:

Franz Graf (2003), Ingeborg Strobl (2004), Markus Wilfling (2005), Norbert Trummer (2006), Thomas Baumann und Martin Kaltner (2007), Stefan Emmelmann (2008), Wilhelm Scherübl (2009), Werner Reiterer (2010), Karl Leitgeb (2011), Hannelore Demel-Lerchster (2012), Emil Siemeister (2013/14), Götz Bury (2015/16), Carola Willbrand (2017/18), Daniel Zimmermann (2019), Lisa Huber (2020).

Kuratiert von: Michael Braunsteiner

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Oeffnungszeiten 2020 Juli bis Oktober