Spezialsammlungen

Made for Admont

Im Jahre 1997 hat das Stift Admont mit dem Aufbau der Sammlung Gegenwartskunst begonnen. Bis zum heutigen Tag gelangen Werke aus Ankäufen von Galerien, aus Sammlungen, direkt von Künstlerinnen und Künstlern, teils auch aufgrund von Schenkungen und Stiftungen in diese Sammlung. Bereits nach kurzer Zeit hat sich aus den guten und permanenten Kontakten primär zur österreichischen Künstlerschaft eine neue Situation ergeben.

Im Jahre 2000, also noch vor der Eröffnung des neuen Museums, wurde mit Lois Renner der damals „modernste Maler Österreichs“ als erster „artist in residence“ in das Stift Admont eingeladen. Man kann durchaus von einer experimentellen Laborsituation sprechen. Renner installierte sein heute in der Stiftssammlung befindliches Modell „Festung“ – einem 1 : 10 Nachbau seines Künstlerstudios. Er dokumentierte es in seiner neuen Umgebung und ließ es in kontrastreiche Zwiegespräche treten mit der Stiftsbibliothek und ihren Schriften, mit Werken des Stiftsbildhauers Josef Stammel und mit Kunstwerken aus dem Depot. Das Resultat des mehrwöchigen Dialoges unterschiedlicher Welten und ihres wechselseitigen Reagierens war eine Serie von Kunstwerken, in der zwei nicht so leicht vereinbare Gegensätze konstruktiv zu einem neuen Ganzen zusammengewachsen sind.

Das war die Geburtsstunde der MADE FOR ADMONT-Schiene. In weiterer Folge wurden und werden regelmäßig Künstlerinnen und Künstler eingeladen, neue Werke für die Sammlung zu schaffen. In einigen Fällen agierten die Admonter Mönche als „Models“ (etwa für Judith Huemer, Erwin Wurm, Konrad Rainer).

Auf dieser Sammlungsschiene gibt es einen Sonderbereich. Seit 2001 haben im Auftrag des Stiftes Admont 27 Künstlerinnen und Künstler unter dem Titel „JENSEITS DES SEHENS – Kunst verbindet Blinde und Sehende“ Kunstwerke für blinde, sehbeeinträchtigte und sehende Menschen geschaffen. Auch die grundsätzlich jährlich wechselnde „Künstlerische Intervention“ (seit 2003) im Kunsthistorischen Museum fällt in diesen Bereich.

Ein Gespräch von Sabine B. Vogel, Welten in Berührung, in: Kunstforum International, Die neue Auftragskunst, Ende der Autonomie? Band 244, 2017, S. 108-111.

WurmUntitled  2002  649DE6.b
Jenseits des Sehens 2 . Ausstellung im Contemporary Art Center Winzavod, Moskau, 2013,2014.
Künstlerische Intervention 2015 . Bury Galadiner
Märzendorfer white noise 2008
lois renner
Bibliothek Friedl (Platzhalter)
WurmUntitled  2002  649DE6.b Jenseits des Sehens 2 . Ausstellung im Contemporary Art Center Winzavod, Moskau, 2013,2014. Künstlerische Intervention 2015 . Bury Galadiner Märzendorfer white noise 2008 lois renner Bibliothek Friedl (Platzhalter)


Jenseits des Sehens – Kunst verbindet Blinde und Sehende“

Jenseits des Sehens_KarnerDiese Spezialsammlung ist ein eigenständiges Sammlungs-Modul innerhalb der Sammlung Gegenwartskunst. Sie umfasst derzeit 27 zeitgenössische Kunstwerke, die für Blinde und Sehende gleichermaßen zugänglich sind. Seit 2002 werden ausgewählte Künstlerinnen und Künstler damit beauftragt. Als Zugang zu dieser speziellen Themenstellung setzen sie sich auf unterschiedliche Art und Weise mit Blind-Sein bzw. Sehbeeinträchtigung auseinander. Im Dialog mit Betroffenen versuchen sie, diese Wahrnehmungswelt zu erkunden – und damit meist die eigene Wahrnehmung, das eigene körperliche Navigationssystem sowie die jeweils eigene künstlerische Produktion zu reflektieren. Aus diesem Prozess entstanden Kunstwerke, die mehrsinnlich erkundbar und erfahrbar sind – unmittelbar. Das Spektrum reicht von einfachen skulpturalen über hochkomplexe multimediale Werke bis zu Arbeiten, die sich nur über den Dialog zwischen Blinden und Sehenden erschließen. Lesen Sie mehr zur Sammlung JENSEITS DES SEHENS.

Weitere Spezialsammlungen im Stift Admont:

Sammlung Hannes Schwarz

Schwarz Admont 3Hannes Schwarz war einer der wichtigsten steirischen Künstler der Nachkriegszeit. Sein Werk resultiert aus einer kritischen Auseinandersetzung mit der Zeitgeschichte – im spezifischen mit den ideologischen Abgründen des NS-Regimes. 2002 hat der Künstler dem Stift Admont 24 Ölbildern und 68 Grafiken geschenkt. Weitere Informationen zur Sammlung Hannes Schwarz.

Sammlung Mayer

Erstmals ab 2017 werden ausgesuchte mittelalterliche Skulpturen, Tafelbilder und Glasmalerei aus der Sammlung Mayer gezeigt. Diese großartige und weitgehend auf einer Schenkung beruhende Gotik-Ausstellung reagiert auf ein neu erwachtes Interesse an den sakralen Skulpturen des späten Mittelalters, welche ihre Wirkung über Konfessions- und Religionsgrenzen hinaus entfalten.

Die in dieser Ausstellung vereinte Auswahl von Meisterwerken der Spätgotik – reichend von u. a. den “Schönen Madonnen” – um 1400 bis zu Niklaus Weckmann aus Ulm und dem Südtiroler Meister Hans Klocker aus Brixen – können nur einen knappen Überblick von einer Epoche geben, die zu den reichsten und fruchtbarsten unserer kunsthistorischen Vergangenheit gehört.

Gottesnähe und Weltenglanz, Kunst und Kultur werden zu einer Einheit verschmolzen mit dem Ziel die Seele des Besuchers zu erfassen. Die Exponate der Sammlung Kuno Mayer sind ein sichtbarer Erfolg jahrelanger Tätigkeit im spezialisierten Kunsthandel. Sie verfolgen den gemeinnützigen Zweck das andauernde Interesse an der Kunst des Mittelalters einer breiten Bevölkerungsschicht zu wecken. Der Sammler Kuno Erich Mayer lebt mit seiner Frau in Götzis in Vorarlberg. Kuno Erich Mayer zu seiner Sammlertätigkeit: “Eine Kunstsammlung ist geprägt von Leidenschaft und Freude, von dem Bedürfnis nach Besitzen und Ordnen. Kunstsammeln ist eine Tätigkeit zwischen Enthusiasmus und Kenntnis, im Spannungsbogen der Ökonomie und des Mäzenatentums, sie ist Entdecker und Wegbereiter für vieles, das später museale Weihen erhält. Kunst und Kultur stehen für Werte, die Halt und Ordnung geben und die Menschen innerlich bereichern.” Die Ausstellung ist ab 1. Mai 2017 im Stift Admont, tägl. 10 – 17 Uhr zu besichtigen!

Das gesamte Museum ist barrierefrei zugänglich!