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Frauenberg – Pfarr- und Wallfahrtskirche

Frauenberg – Pfarr- und Wallfahrtskirche

Patrozinium: Maria Opferung (21. November)

Etwa 6 km westlich von Admont erhebt sich am linken Ufer der Enns ein bewaldeter Einzelberg, „Kulm“ genannt, der auf seiner höchsten Stelle, 130 m über dem Talboden, die weithin sichtbare Pfarr- und Wallfahrtskirche Frauenberg trägt.

Geschichte zur Pfarr- und Wallfahrtskirche Frauenberg

Die Entstehungsgeschichte der Kirche sagt: Im Frühjahr 1404 trug die hochwasserführende Enns eine holzgeschnitzte Marienstatue mit sich, die sich im Gestrüpp am Fuß des Kulm verfing. Eine Lichterscheinung in der folgenden Nacht, es war der Samstag vor dem zweiten Sonntag nach Ostern, führte sodann zur Auffindung der Statue. Abt Hartnid von Admont errichtete für die Marienstatue zunächst eine hölzerne Kapelle am Gipfel des Berges Kulm, die sich aber bald als zu klein erwies und daher durch eine größere Kirche aus Stein ersetzt wurde. 1420 findet sich erstmals die Bezeichnung Unser Frawnperg. Bereits im frühen 16. Jahrhundert wird die Pfarre Frauenberg urkundlich belegt. Diese wird seither ununterbrochen von Admonter Benediktinern betreut. Die Barockzeit hat Frauenberg von Grund auf verändert: Nach 1682 wurde das Langhaus barock erweitert und das Pfarrhaus deutlich vergrößert. Unter den Äbten Urban Weber und Adalbert Heuffler von Rasen und Hohenbühel erhielt der Wallfahrtsort weitgehend seine heutige Gestalt. Der schlossartige Pfarrhof (Superiorat) erhielt in dieser Zeit seine heute noch bestehende Gestalt: Im Inneren finden sich prachtvoll ausgestattete Räumlichkeiten, die heute zum Teil als Wohnung für den Pfarrer dienen. Abt Antonius von Mainersberg ließ die beiden Osttürme erbauen und Stiftsbildhauer Josef Stammel schuf 1740 einen neuen Gnadenaltar. Als größte Blütezeit des Wallfahrtsorts gilt das 18. Jahrhundert; bis zu 60.000 Pilger im Jahr wurden gezählt.

Gegenwart in Frauenberg an der Enns

Die letzten 35 Jahre waren geprägt von wichtigen Renovierungsarbeiten: Der Pfarrhof wurde unter Abt Benedikt Schlömicher nach historischen Aspekten aufwändig zurückgebaut. Im Parterre wurden ein Wallfahrtsladen und das Pfarrsekretariat errichtet. 2013 bis 2014 wurde die Kirche im Inneren aufwändig restauriert. Neben Altären, Fresken und Kirchenbänken wurde auch die Barockorgel einer Restaurierung unterzogen. 2018 wurde die Kirche einer gründlichen Aussenrenovierung unterzogen und dabei die barocke, cremefarbene Fassadengestaltung wieder hergestellt. Seit 2015, durch die Amtszeit des gegenwärtigen Pfarrers P. Prior Maximilian Schiefermüller OSB, bildet Frauenberg mit Ardning und der Pfarre Hall einen Pfarrverband.

Baugeschichte

Kirche und Pfarrhof wirken nach außen wie ein einziger langgestreckter, 100 Meter langer Baukörper. Im Osten schließt die Kirche mit zwei Zwiebeltürmen ab; die auffällige, barocke Wandgliederung ist mit Schlacke inkrustiert. Den Innenraum der Kirche entwarf um 1683 Carlo Antonio Carlone. Er lehnte seinen Entwurf eng an die Klosterkirchen von Stift Garsten und Stift Schlierbach an. Der überreiche Stuck der Tonnengewölbe stammt von Giovanni Battista Carlone. Antonio Maderni schuf die Fresken, die die freien Felder des Gewölbes ausfüllen; sie stellen Szenen aus dem Marienleben dar. An den Wänden des Chors und dessen Decke finden sich Fresken von Johann Lederwasch (1794). Die Ausstattung mit Altären, Kanzel und Beichtstühlen ist weitgehend frühbarock. Martin Neuberg, Stiftstischler von 1671 bis 1714, schuf den dreigeschoßigen Hauptaltar.

Die Schnitzfiguren sind Werke von Josef Stammel. Im Zentrum des Hochaltares steht die gotische Skulptur der Gottesmutter Maria mit Jesus im Arm. Sie ist das eigentliche Gnadenbild der Wallfahrtskirche. In den vier Seitenkapellen finden sich folgende Altäre (mit thematisch abgestimmten Fresken in den Gewölben): Kreuzaltar mit einem Kreuzigungsbild von Johann Lederwasch, Benediktusaltar, Josefsaltar und Antoniusaltar mit Altarbildern von Frans de Neve. Die Pilgermadonna stammt aus der Zeit um 1410 und wurde im 19. Jahrhundert neu bemalt. Sie ist die älteste Skulptur der Wallfahrtskirche und befindet sich seit der Innenrenovierung der Kirche wieder an ihrem ursprünglichen Platz, hinter dem Hochaltar. Dies ist eine alte Tradition der Frauenberg-Wallfahrt, denn die Pilger werden eingeladen, den Altar zu umrunden. Die Frauenberger Schutzmantelmadonna, entstanden um 1420/30, befindet sich im Landesmuseum Joanneum (Graz); in der Kerzenkapelle der Wallfahrtskirche ist eine Kopie aufgestellt.

Von Michael Zürn d. J. stammen Figuren der hll. Rosalia, Cäcilia, Barbara und Katharina, deren dynamische, kontrastreiche Gestaltung auf das Rokoko vorausweist. Die neobarocke Sessio im Altarraum stammt vom oberösterreichischen Künstler Ludwig Linzinger, wurde 1908 für die Pfarrkirche Bad Zell geschaffen und 2018 in das Eigentum der Pfarrkirche Frauenberg übertragen. Die Pfarr- und Wallfahrtskirche besitzt zwei selbstständige Orgelwerke. Die Hauptorgel auf der Westempore der Wallfahrtskirche entstand um 1687 und weist einen hochbarocken Prospektaufbau auf. 2013–2014 wurde das Instrument von Orgelbau Kögler einer aufwändigen Restaurierung unterzogen. Das Werk hat 18 Register auf zwei Manuel und Pedal. Die Chororgel an der Südwand des Altarraumes (Orgelbau Detlef Kleuker 1978). Ursprünglich für eine Kirche in Westdeutschland bestimmt, wurde das gebrauchte Instrument 2019 erworben und farblich an den Kirchenraum Frauenberg angepasst. Dieses Werk hat vier Register auf einem Manuel und Pedal.

Frauenberg besitzt ein klangvolles, zehnstimmiges Geläute, der größte Geläutesatz der Steiermark. Die Erweiterung des ursprünglich fünfstimmigen Geläutes wurde notwendig, da im Herbst 2016 die gotische "Maria Schutz-Glocke" nach Jahrzehnten wieder in der Glockenstube des Nordturmes montiert wurde. Die daraus entstandene klangliche Lücke wurde durch das Gießen von zwei weiteren Glocken geschlossen. 2017 wurde eine Glocke für die "Fürbittkapelle" im Garten gegossen, die klanglich zum Geläute der Kirche gehört. 2018 wurde als Schlusspunkt der Kirchenaussenrenovierung die "Linzerglocke" gegossen. Frauenberg besitzt nun zwei klanglich unterschiedliche Geläutesätze: Das ursprüngliche fünfstimmige Hauptgeläute und ein fünfstimmiges Nebengeläute. Das Vollgeläute aller Glocken ist nur an den höchsten Feiertagen zu hören, da es sich um zwei klanglich unterschiedliche Geläutesätze handelt.

Seliger Franz Jägerstätter und Frauenberg

Der selige Franz Jägerstätter wurde am 20. Mai 1907 in St. Radegund (Oberösterreich) geboren, in seiner Heimat wirkte der dreifache Vater und Landwirt als Mesner und lebte als bekennender Katholik. Als die Nationalsozialisten 1938 in Österreich die Macht übernahmen, verweigerte er jede Zusammenarbeit. Nach zweimaliger Einberufung folgte er schließlich am 1. März 1943 einer neuerlichen Einberufung und erklärte der Militärbehörde, dass er aufgrund seines religiösen Gewissens und gemäß dem Gebot der Gottes- und Nächstenliebe den Wehrdienst mit der Waffe ablehne, denn „man müsse Gott mehr gehorchen als den Menschen“. Obwohl er sich für den Sanitätsdienst angeboten hatte, wurde er wegen Wehrkraftzersetzung in Berlin zum Tode verurteilt und am 9. August 1943 in Brandenburg an der Havel enthauptet. Am 26. Oktober 2007 wurde Franz Jägerstätter in der Kathedrale zu Linz selig gesprochen.

Die Pfarr- und Wallfahrtskirche ist im Besitz einer Reliquie des seligen Franz Jägerstätter. Diese wird im Tabernakel des "franziskanischen" Antonius-Altares, der mit den Statuen der heiligen Franziskus und Klara von Assisi versehen ist, ausgestellt. Jägerstätter gehörte seit 1940 dem 3. Orden des Hl. Franziskus an. Im Nordturm der Frauenberger Pfarrkirche läutet täglich um 9.00 Uhr für zehn Minuten die „Jägerstätter-Glocke“ aus dem Jahr 2016. Ihr Klang lädt zum Gebet für die verfolgten Christen weltweit ein.

Wallfahrten und Hl. Messen

Anmeldung von Wallfahrten (Hl. Messen, Andachten) und Kirchenführungen unter: pfarre.frauenberg@stiftadmont.at, Tel: +43 3612 7333

Gottesdienstordnung

Hl. Messen:
Sonn- und Feiertag: 10.30 Uhr
1. Donnerstag im Monat: 18.30 Uhr (Monatswallfahrt um geistliche Berufungen – Hl. Messe und Lichterprozession)
Übrigen Donnerstage: 12.00 Uhr Mittagsmesse am Gnadenaltar
Beichte oder Aussprache: Jeden Freitag 16.30 Uhr – 17.30 Uhr

Die Kirche ist zudem eine beliebte Tauf-, Trauungs- und Beichtkirche.

Führungen auf Anfrage.

Die Wallfahrtskanzlei ist geöffnet von Montag bis Freitag von 8.30 Uhr bis 11.30 Uhr. Tel: +43 3612 7333

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