Schlagwortarchiv: Benediktiner

Ora et labora et lege

Lebensrhythmus

In ununterbrochener Tradition lebt unsere Gemeinschaft seit mehr als 900 Jahren nach der Regel des hl. Benedikt von Nursia. Seine im sechsten Jahrhundert verfasste Lebensordnung hat für uns und für viele Menschen eine große Bedeutung.

Priesterweihe P. Ulrich DSC_0253Uns schenkt besonders der durch unsere Ordensregel vorgegebene Lebensrhythmus einen tiefen Halt. Der Wechsel von Gebet, Arbeit und Lesung prägen den Tagesablauf. So treffen wir uns täglich mehrmals zum gemeinsamen Gebet. Unsere Brüder bringen sich zudem in die ordentliche Seelsorge in den uns anvertrauten Pfarren ein, sind in der Studentenseelsorge in Graz tätig, unterrichten an unserem Stiftsgymnasium und begleiten Menschen durch Exerzitien und persönliche Gespräche. Dazu kommt das Bemühen um die eigene geistliche Vertiefung durch die Auseinandersetzung mit der Hl. Schrift und Werken mit theologischem und spirituellem Inhalt.

Auf diese Weise nehmen wir uns Zeit für Gott, wir verwenden Zeit füreinander und für die Menschen und gönnen uns Zeit für uns selbst. Dieser Lebensrhythmus lässt uns immer wieder das benediktinische Motto erfahren: ora et labora et lege – bete, arbeite und lies.

Ordensgelübde

3Stabilitas (Beständigkeit) – Treue zu Christus und damit zu Gott, Treue zu einer bestimmten Gemeinschaft, Treue zu der einmal aus eigenem Willen gefällten Entscheidung. Der Mönch steht im Auf und Ab des Lebens stets zu Gott und zu seiner einmal gewählten Gemeinschaft und bleibt sich selbst und damit seinem eigenen Versprechen treu.

Conversatio morum (klösterlicher Lebenswandel) – Der Mönch trägt mit der Gemeinschaft, für die er sich entschieden hat, den benediktinischen Alltag mit. Er bringt sich in sie ein und zugleich darf er auch von der Gemeinschaft erwarten, dass er selbst in allen seinen Situationen mitgetragen wird.

Oboedientia (Gehorsam) – Der Mönch ist stets ein Horchender auf Gottes Willen hin. Er nimmt die Notwendigkeiten und Situationen wahr und achtet auf die Begegnungen. Besonders ist er gegenüber seinen Oberen gehorsam, aber ebenso hat er auch die Bedürfnisse seiner Mitbrüder im Blick.

Mönche

  • Abt Gerhard Hafner O.S.B., Mag. theol.
    68. Abt von Admont (seit 2017), Pfarrer und Moderator in Admont, Kirchenrektor der Abteikirche
  • Abt Bruno HublAlt-Abt Bruno Hubl O.S.B.
    emeritierter Abt des Stiftes Admont (1996 – 2017), Seelsorger in St. Gallen, Altenmarkt/Enns und Unterlaussa
  • CF002237_pp_pp_neuPater Maximilian Schiefermüller O.S.B., Mag. theol., Mag. phil.,
    Prior, Hofmeister, Pressesprecher, Stiftsarchivar und -bibliothekar, Kustos der Paramente und der Kunstkammer, Kapitelsekretär, Pfarrprovisor in Hall und Frauenberg, Wallfahrtsseelsorger und Superior in Frauenberg, Seelsorger in Ardning
  • P. ThomasPater Thomas Stellwag O.S.B., MMag. theol.
    Subprior, Novizenmeister und Klerikermagister, 1. Cantor, Direktor sowie Lehrer für Italienisch und Religion am Stiftsgymnasium, Pfarrer in St. Gallen, Altenmarkt und Unterlaussa, Dechant des Dekanates Admont
  • Subprior P. WinfriedAbt Winfried Schwab O.S.B., Dipl. theol.
    Abt der Abtei Neuburg bei Heidelberg (Deutschland)
  • P. KolomanPater Koloman Viertler O.S.B.
    Oblatenrektor, Pfarrer i. R.
  • P. GebhardPater Gebhard Grünfelder O.S.B., Mag. theol.
    Gymnasialdirektor i. R., Pfarrprov. i. R.
  • P. BernhardPater Bernhard Menzel O.S.B.
    Pfarrer in Wildalpen
  • P. PlacidusPater Placidus Suppan O.S.B., Dr. theol.
    Pfarrer i. R.
  • P. JosefPater Josef Wagner O.S.B.
    Pfarrer i. R.
  • P. AndreasPater Andreas Scheuchenpflug O.S.B.
    Pfarrer i. R., Aushilfspriester
  • P. BertholdPater Berthold Rosenegger O.S.B.
    Pfarrer i. R.
  • P. GabrielPater Gabriel Reiterer O.S.B., Mag. theol.
    Seelsorger des Pflegeheimes St. Benedikt in Frauenberg, Küchenmeister, Vestiar, Aushilfspriester
  • P. SiegmundPater Siegmund Peschl O.S.B., Mag. theol.
    Pfarrer i. R., Aushilfspriester
  • P. EngelbertPater Engelbert Hofer O.S.B., Mag. theol.
    Pfarrer in Landl, Gams und Palfau
  • P. EgonPater Egon Homann O.S.B., Mag. theol.
    Pfarrer in Admont, Leiter des Hauses der Begegnung in Graz, Seelsorger im Studentenwohnheim Münzgrabenstraße in Graz, Prior der Komturei Graz der Ritter vom Heiligen Grab zu Jerusalem, Regionalkoordinator im Ennstal und Ausseerland
  • P. JohannesPater Johannes Aichinger O.S.B., Mag. theol., Mag. et Dr. iur.
    Lehrer für Religion am Stiftsgymnasium, Chronist, Pfarrer in Johnsbach und Weng
  • Pater Michael Robitschko O.S.B., Mag. theol.
    Kulturbeauftragter, Pfarrer in Trieben, St. Lorenzen und Hohentauern,
    Verbandseelsorger des Österreichischen Cartellverbandes
  • P. WolfgangPater Wolfgang Fischer-Felgitsch O.S.B., Mag. theol.
    Mitarbeiter in der Präfektur des Päpstlichen Hauses in Rom, Ehrenkaplan in S. Maria dell’Anima
  • P. ClemensPater Clemens Grill O.S.B., Mag. theol.
    Pfarrer in Mautern, Kalwang, Kammern, Traboch und Wald am Schoberpass, Dechant des Dekanates Leoben
  • P. UlrichPater Ulrich Diel O.S.B., Mag. theol.
    Gastmeister, 2. Cantor, Konventdelegierter zum Generalkapitel, Seelsorger in Frauenberg–Ardning und Hall
  • P. AugustinusPater Augustinus Gejdos O.S.B., Mag. et Dr. theol.,
    Seelsorger in Trieben,  St. Lorenzen und Hohentauern
  • P. JeremiasPater Jeremias Müller O.S.B., Dipl. theol.
    Seelsorger in Graz-Süd, Graz-Liebenau und Graz-Thondorf, Ausbildung zum Gestalttherapeuten in Deutschland und Bibliodramaleiter
  • fr_vinzenzFrater Vinzenz Schager O.S.B.
    Triennalprofesse, Zeremoniar, Student d. kath. Fachtheologie in Salzburg
  • Frater Alexander Weiss Nov. O.S.B.
    Novize
  • Frater Rupert Schwarz Nov. O.S.B.
    Novize

Stiftsgeschichte

HP Gebarhdsstab
Romanischer Gebhardsstab

Die Gründung des Benediktinerstiftes Admont geht auf eine Stiftung der hl. Hemma von Gurk zurück. Sie erfolgte im Jahre 1074 durch Erzbischof Gebhard von Salzburg. Die ersten Mönche kamen aus der Benediktinerabtei St. Peter in Salzburg. Heute ist das Stift das älteste bestehende Kloster der Steiermark, in dem Vielfalt merkbar wirkt und gestaltet wird. Nach den Wirren des Investiturstreites gewann Admont rasch an Bedeutung. Es wurde ein monastisches Zentrum für den gesamten süddeutsch-österreichischen Raum. Im Zuge der Hirsauer Reform wurden von Admont 25 Abteien reformiert. Admont wurde dank seiner im 12. Jahrhundert gegründeten Schreibschule ein spirituelles und kulturelles Zentrum. 1120 schloss man dem Stift ein bis zur Reformationszeit bestehendes Frauenkloster nach der Benediktus-Regel an. Dessen Nonnen erwarben sich durch ihre hohe Bildung und literarische Tätigkeit einen bedeutenden Ruf.

1 Ohne Namen
Abt Engelbert von Admont

Abt Engelbert von Admont (reg. 1297-1327) war einer der vielseitigsten Gelehrten seiner Zeit. Er hinterließ mehr als 40 größere und kleinere wissenschaftliche Abhandlungen. Türkenkriege und Reformation lösten eine Epoche des Niederganges aus. Die Gegenreformation brachte der Abtei neuen Aufschwung. 1644 wurde das Gymnasium gegründet. Im 17. und 18. Jahrhundert entstanden mit den Arbeiten des Kunststickers Frater Benno Haan (1631-1720) und des Stiftsbildhauers Josef Stammel (1695-1765) großartige Kunstwerke.

Im Zuge der regen Bautätigkeit in der Barockzeit begann der Architekt Johann Gotthard Hayberger um 1735 mit einem großzügigen Umbau der Klosteranlage. Der Grazer Baumeister Josef Hueber führte ihn weiter. Er errichtete auch den künstlerisch von Josef Stammel und Bartolomeo Altomonte ausgestatteten weltberühmten Bibliothekssaal.

Stiftsansicht, Anton Schiffer, 1839
Stiftsansicht, Anton Schiffer, 1839

Ein großer Brand zerstörte 1865 das gesamte Kloster mit Ausnahme der Bibliothek. In den Folgejahren wurden die Stiftsgebäude zum Großteil wieder aufgebaut. Die Admonter Stiftskirche wurde auf den alten Fundamenten wieder neu errichtet. Sie ist der erste große neugotische Sakralbau Österreichs.
Während der Wirtschaftskrise in den 30er Jahren des 20. Jahrhunderts konnte sich das Kloster sein Überleben nur durch den Verkauf wertvoller Kunstschätze sichern. Nach der Enteignung durch das nationalsozialistische Regime im Jahr 1939 kehrten die Mönche 1945 wieder ins Kloster zurück.

Luftaufnahme
Luftaufnahme Stift Admont

Heute ist das Stift Admont ein geistliches, kulturelles und wirtschaftliches Zentrum von überregionaler Bedeutung. Der Abtei sind 26 Pfarren inkorporiert. Das Stift ist für die Bestellung des Pfarrers und die Erhaltung der Pfarrkirche und des Pfarrhofes zuständig. Außerdem führt das Kloster ein Pflegeheim in Frauenberg an der Enns und ein Gymnasium mit derzeit etwa 600 Schülerinnen und Schülern. In den stiftischen Wirtschaftsbetrieben sind rund 500 weltliche Mitarbeiterinnen und Mitarbeiter tätig.

Die kulturelle Hauptattraktion des Klosters: die barocke Bibliothek und das 2003 eröffnete Großmuseum. Seit 17. März 2017 steht Abt Gerhard Hafner der Admonter Klostergemeinschaft von derzeit 26 Mitbrüdern vor. Sein Vorgänger Abt Bruno Hubl (1996-2017) plädierte auf seinen Wahlspruch: „Ex caritate confidens de adiutorio Dei“ – Aus Liebe und vertrauend auf Gottes Hilfe.

Sehen Sie die Stiftsgeschichte auch in unserer Zeitachse!