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Ausstellungs-Rückblick

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Ausstellungs-Rückblick

2016 ZUM FRESSEN GERN

Sonderausstellung Feuer & Flamme, Admont2015 Feuer und Flamme – Vom Admonter Stiftsbrand 1865 bis heute ǀ Götz Bury – Künstlerische Intervention im Kunsthistorischen Museum ǀ Wir gingen durch Feuer und Wasser – Doch DU hast uns in die Freiheit hinausgeführt

2014 Admont Guests: KÜNSTLERBÜCHER _ ARTISTS´ BOOKS. Internationale Exponate von 1960 bis heute aus acht Sammlungen ǀ Admont Guests: Mechanische Tierwelt. Eine Fotosafari von Sebastian Köpcke und Volker Weinhold

2013 Zehn Jahre Museum des Stiftes Admont – Es lebe die Vielfalt! ǀ Emil Siemeister – Künstlerische Intervention im Kunsthistorischen Museum ǀ Bibliotheca universalis – Von der Vielfalt einer mittelalterlichen Büchersammlung

Zolly.DSC_20522012 Die Sammlung „JENSEITS DES SEHENS – Kunst verbindet Blinde und Sehende“ ǀ Zwischen Erinnern und Vergessen, Endlichkeit und Ewigkeit – Installation „Manfred“ (Dramatisches Gedicht von Lord Byron, Vertonung von Robert Schumann, Regie und Visualisierung: Johannes Deutsch) von Johannes Deutsch in der Säulenhalle ǀ Hannelore Demel-Lerchster – Künstlerische Intervention im Kunsthistorischen Museum ǀ Himmelsboten. Geschichten und Bilder von Engeln und Erzengeln

fuehrung museum gwk2011 SAMMLERleidenschaft ǀ Admont Guests: Fünf steirische Kunstsammlungen im Dialog mit der Sammlung Gegenwartskunst des Stiftes Admont ǀ Rudi Molacek – Installation in der Säulenhalle ǀ Salongespräche und Podiumsdiskussion „Kunstsammeln“ ǀ Karl Leitgeb – Künstlerische Intervention im Kunsthistorischen Museum ǀ Abt Antonius Gratiadei, Humanist und Büchersammler

reactable2010 Best of Admont 2010 ǀ PLAY ADMONT – Spielerische Zugänge zu Internationaler Gegenwartskunst. Im Rahmen der Regionale 2010 ǀ Werner Reiterer – Künstlerische Intervention im Kunsthistorischen Museum ǀ Die vier lateinischen Kirchenväter

Sonderausstellung Natur_Stift Admont2009 Natur – Die Schöpfung ist nicht vollendet ǀ Art • Collected & Made for Admont 2009 ǀ Admont Guests: Sammlung Prinzhorn Heidelberg ǀ Interdisziplinäres Symposion „SCHÖPFUNGEN in der Felddynamik von Kunst, Medizin, Therapie, Spiritualität und Gesellschaft“ ǀ Wilhelm Scherübl – Künstlerische Intervention im Kunsthistorischen Museum ǀ Der Apostel Paulus

Saeulenhalle 2008_Stift Admont2008 Fokus Bibliothek . Focus Library ǀ Auf Buchfühlung gehen, Ausstellungsprojekt von Petra Gratzl und Anton Knoll ǀ Stefan Emmelmann – Künstlerische Intervention im Kunsthistorischen Museum ǀ Kirchliches Recht im Mittelalter

Sonderausstellung 2007_Stift Admont2007 Ich fühle was, was du nicht siehst – Kunst zum Begreifen ǀ Michael Kienzer, Tobias Pils, Markus Wilfling (Personalausstellung) ǀ Art • Collected & Made for Admont 2007 ǀ Thomas Baumann und Martin Kaltner – Künstlerische Intervention im Kunsthistorischen Museum ǀ Das alte Wissen von der Vielfalt der Natur

Paradies 2006_Stift Admont2006 Das Paradies – Schlangen haben keinen Zutritt ǀ Nix für Ungut, Admont 1938–1945, Lebensspuren heute, Eine Fotoausstellung von Felicitas Kruse ǀ Art • Collected & Made for Admont 2006 ǀ Emil Siemeister, Schweben der fallen (Spagyrik) ǀ Konrad Rainer, Fotoprojekt Admonter 2006 ǀ Norbert Trummer – Künstlerische Intervention im Kunsthistorischen Museum ǀ
Das Paradies: Ein Ideal in Wort und Bild

synergie_paradox_2005_Stift Admont2005 Präsentation der Sammlung ǀ Thomas Reinhold & Julie Hayward – synergie:paradox ǀ Religion und Kirche in der Steiermark 1945–2005 ǀ Kirchengeschichte und Weltgeschichte ǀ Bibliothek anders – Wundersames und Transformiertes, mit den Installationen „Palimpsest II“ von Andreas Horlitz in der Stiftsbibliothek und „Library of Transformed Information“ von Wolfgang Becksteiner in der Säulenhalle ǀ Markus Wilfling – Künstlerische Intervention im Kunsthistorischen Museum ǀ Kirchengeschichte und Weltgeschichte

Gegenwartskunst_Klinkan_2004_Stift Admont2004 Präsentation der Neuerwerbungen ǀ Spielplatz Gegenwartskunst ǀ Alfred Klinkan (1950–1994) – Malerei anders ǀ Ingeborg Strobl – Künstlerische Intervention im Kunsthistorischen Museum ǀ Bücher für den Gottesdienst

Künstl. Intervention, 2003, Graf_Stift Admont2003 ERÖFFNUNG DES NEUEN MUSEUMS ǀ Karl Leitgeb . Herrn Berneggers Radiosammlung . Stadt-Land-Kunst, Kulturhauptstadt Graz 2003 – Made for Admont ǀ Sammlung Gegenwartskunst ǀ Franz Graf – Künstlerische Intervention im Kunsthistorischen Museum ǀ Die Bibel – das Buch der Bücher

Schwarz Admont 22002 Sammlung Hannes Schwarz

 

Weitere wichtige Ereignisse

NHM_Vitrine mit Wachsobst2004
Eröffnung des Naturhistorischen Museums

Bibliothek Restaurierung Gerüst2005-2008
Gesamtrestaurierung der Stiftsbibliothek

Zum Download der letzten Museumszeitungen:

Museumszeitung 2016

Museumszeitung 2015

Museumszeitung 2014

Museumszeitung 2013

Museumszeitung 2012

Feuer & Flamme – Der Stiftsbrand 1865

Plötzlich erscholl der Schreckensruf: „Das Stift brennt!“

Schiffer 1840 KleinDer 27. April 1865, ein Donnerstag, begann als froher Frühlingstag und endete für Admont, sowohl für den Markt als auch für das Benediktinerstift, als der wahrscheinlich katastrophalste Tag ihrer Geschichte. Stiftsarchivar P. Jakob Wichner bezeichnet diesen Tag als einen der unheilvollsten in der Geschichte der Abtei, denn dieses Unglück überbot alle bisher über Admont hereingebrochenen Drangsale an Graus und Schrecken.

Das Stiftsarchiv Admont verwahrt in seinen Beständen sowohl Augenzeugen- als auch Zeitzeugenberichte. Die wohl beeindruckenste Schilderung der Ereignisse stammt aus der Feder des P. Blitmund Tschurtschenthaler (1825-1893). Demnach brach das Feuer gegen 17 Uhr im Haus vulgo Oberlederer aus. Ein Anwesen, das relativ zentral, in der Mitte des Marktes Admont lag.

Was war die Brandursache? P. Jakob Wichner gibt als Ursache Brandstiftung beim Oberlederer an. Der Täter soll dies sogar vor seinem Tod gestanden haben.

Vom föhnigen Nordwestwind angetrieben breitete sich das Feuer rasch auf die Nachbarhäuser im Markt aus. Doch lassen wir den Augenzeugen P. Blitmund sprechen:

Stiftsbrand1In kurzer Zeit standen beide Häuserreihen von der Mitte des Marktes an bis zur Stiftskirche und auch die alte Amanduskirche in ein Feuermeer gehüllt. […] Als ich vom Thurme weg wieder in mein Zimmer gehen wollte, begegnete mir ganz consterniert der Herr Prälat Carlmann, der gerade von der Kanzlei in die Prälatur ging, und sagte mir: Das Feuer sei schon im Begriffe, in die Prälatur einzudringen. […] Als ich in den ersten Stiftshof kam, begegneten mir schon eine Menge Flüchtlinge aus dem Markte mit Sack und Pack, um im Stifte eine Zuflucht zu finden, da man glaubte, das Stift, als mit Ziegeln gedeckt, werde vom Feuer verschont bleiben; Auch ein Kranker wurde auf seinem Bette liegend in das Stift getragen. Brennende Schindeln wurden nach allen Richtungen vom heftigen Wind durch die Lüfte getragen und fielen rechts und links vor mir im Stiftshofe nieder. Mittlerweile hat der starke Funkenflug aus dem Markt her kommend auch die Dachung der Stiftskirche erfasst, und dies kaum eine Stunde nach dem Ausbruch des Brandes. […] Plötzlich erscholl der Schreckensruf: „Das Stift brennt.“

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Diesem denkwürdigen Ereignis ist die diesjährige Sonderausstellung im Museum des Benediktinerstiftes Admont gewidmet.

Anhand von verschiedenen Exponaten, wie Bildern, Bauplänen, Archivalien und Gegenständen aus dem „alten Stift Admont“, wird das Klostergebäude vor dem Brand und während der Katastrophe nachgezeichnet.

Entgegen vieler (oft lang tradierter) Meinungen ist das Kloster jedoch nicht vollständig niedergebrannt. Man nutzte hingegen die Möglichkeit, durch das Abtragen vieler Bauteile einen damals als „modern“ erachteten Neubau des Stiftes anzugehen, der jedoch nicht einmal ansatzweise vollendet wurde. Das ist das Stift Admont (als Gebäude gesehen) heute.

Noch nie zur Schau gestellte Baupläne für den geplanten Wiederaufbau des Stiftes und realisierte Pläne des Stiftsbaumeisters Wilhelm Bücher vervollständigen diese spannende Sonderausstellung.

Eine Bereicherung erfährt die Ausstellung durch zum Teil historische Objekte (Pumpen, Spritzen, Wägen, etc.), die seitens der Freiwilligen Feuerwehr zur Verfügung gestellt wurden.

P. Maximilian Schiefermüller O.S.B., Stiftsarchivar

Alle Ausstellungen 2015

Künstlerische Intervention 2017

Raum für künstlerische Intervention im Kunsthistorischen Museum 2017

Carola Willbrand, HimmelsHöllenKleid, 2017

Carola Willbrand geb. 1952, „Nähmethodikerin“, lebt und arbeitet nahe Köln, aufgewachsen mit der Kunst aus dem Umfeld der Rheinischen Expressionistinnen ihrer Tante, Käthe Schmitz-Imhoff (Schwester ihres Vaters), die erste Frau, die bei Heinrich Nauen an der Düsseldorfer Akademie studierte. Ausstellungstätigkeit seit 1981, in denen der Faden als Metapher für den Lebensfaden auf unterschiedlichsten Materialien das tragende Element bildet.


Im Kunsthistorischen Museum steht seit 2003 ein Raum für künstlerische Interventionen zur Verfügung. Ein Portal trennt die alte von aktueller Kunst. Man durchschreitet sozusagen in einer Sekunde etwa 200 Jahre. Dadurch kann erleb- und spürbar werden, wie sehr sich das Stift Admont mit der Kunst der Gegenwart identifiziert, wie es diese mit der Kunst vergangener Epochen in einen vitalen Dialog bringt. 2017 ist der Raum für künstlerische Intervention unter dem Titel „HimmelsHöllenKleid“ von Carola Willbrand gestaltet. Eine Glockenkasel schwebt ähnlich einem Zelt im Raum. Sie hängt auf einem Paramentenbügel für die museale Präsentation liturgischer Textilien. Das Material ist handgeschöpftes Papier aus getragenen Textilien der Künstlerin. Über das Papier bewegt sich ein Totentanz. Diese Zeichnungen sind mit der Hand genäht. Der Tod begleitet all die NäherInnen und StickerInnen, der MenschenGewänder, der Tod begleitet die Weltreisen der Textilien seit der Entdeckung der Seestraßen nach Asien Anfang des 15. Jahrhunderts. So wurden Muster, Blumen, Tiere aus China in die europäischen liturgischen Stoffe eingearbeitet. Heute kleiden wir uns mit Billigtextilien aus Asien, die unter unmenschlichen, tödlichen Bedingungen hergestellt werden.

Dieses ‚HimmelsHöllenKleid‘ ist umgehbar. Die Nähzeichnungen mit ihrer Verschiedenfarbigkeit des Ober- und Unterfadens sind sowohl von außen als auch von innen sichtbar. Dieses Kleid, das auch ein Zelt ist, das Himmelszelt als Schöpfungsbild, bezieht sich auf die historischen liturgischen Textilien im Benediktinerstift Admont. Der Totentanz ist eine Reaktion auf die neue Gotik-Ausstellung im Stift Admont. Die einzelnen handgeschöpften Papiere sind einem Leporello ähnlich zusammenfaltbar. Das Leporello als Mittel ein Künstlerbuch raumfüllend skulptural zu gestalten, das beschäftigt Carola Willbrand schon lange. Die Anbringung von speziellen Textausschnitten als FadenLese an der Wand entwickelte Carola Willbrand spontan vor Ort – ebenso durch den Einfluss der neuen Gotik-Ausstellung. Die Schrift bezieht sich auf die Textura, die gotische Schrift, die auch Gitterschrift genannt wird. Die Schrift und die Textauswahl verweisen auf die Bedeutung und Wirkung unserer historischen Wurzeln auf die Jetztzeit.

 

Chronologie der Künstlerischen Interventionen (kuratiert von Michael Braunsteiner):

Franz Graf (2003), Ingeborg Strobl (2004), Markus Wilfling (2005), Norbert Trummer (2006), Thomas Baumann und Martin Kaltner (2007), Stefan Emmelmann (2008), Wilhelm Scherübl (2009), Werner Reiterer (2010), Karl Leitgeb (2011), Hannelore Demel-Lerchster (2012), Emil Siemeister (2013/14), Götz Bury (2015/16), Carola Willbrand (2017)

2003 Franz Graf, Ohne Titel                                                                                                                            

Ziel seiner Arbeit war es, der „Stille vergangener Welten“ nachzuspüren, die „tiefe Konzentration und stille Meditation“ der mittelalterlichen Mönche in ihrer Schreibstube wieder spürbar zu machen. Gefundene Objekte aus seinen Erkundungstouren im Depot sowie in Ecken und Winkeln des Benediktinerstiftes Admont stellte er in Verbindung zu gemalten Wandschriften und seinem mitgebrachten Raben – als Platzhalter an der Wand.

2004 Ingeborg Strobl, Natur

Ein Kooperationsprojekt mit einer Klasse der HS Admont (Wandzeichnungen zu barocken Gemälden). Der Heilige Geist schwebte als Gestalt einer Taube über unterschiedlich beurteilbaren, wahrnehmbaren Tierabbildungen. Die Taube als Symbol des Friedens – das Tier als Träger einer Botschaft sowie als Teil der Schöpfung.

2005 Markus Wilfling … her und hin und … 1 Video + Skulptur, Kamera: Krisztina Kerekes

Konzeptueller Hintergrund ist eine Bewusstmachung der starken aktuellen Aktivitäten des Stiftes Admont im Bereich Gegenwartskunst in Kommunikation mit den historischen Exponaten aus früheren kulturellen „Hoch“-Zeiten des Klosters im Mittelalter und im Barock. Eine Videoarbeit „holt“ Teile des normalerweise nicht sichtbaren Kunstdepots mitten in das Museum.

2006 Norbert Trummer, Ausgestopfte Tiere – bewegen sich

Zeichnungen und Trickfilm. Ausgestopfte Tiere der Naturhistorischen Sammlung des Stiftes unter detailreicher Beobachtung im zeichnerischen Prozess.

2007 Thomas Baumann und Martin Kaltner, Laufding

Videoinstallation. Weggeworfene Gegenstände wurden aus dem alltäglichen Entsorgungssystem extrahiert und über die Konfrontation mit dem musealen Kontext der kunst- und naturhistorischen Sammlung des Stiftes Admont in ihrer Wertigkeit hinterfragt. Der „Lauf der Dinge“ (Fließband-Video) wurde auf einer übergeordneten Meta-Ebene als ein in der Welt und des Universums immanentes Prinzip beschrieben.

2008 Stefan Emmelmann, Ephemer und Ewig

Wahrnehmungsbilder zum Thema Wort, Schrift, Bibliothek mit besonderer Beziehung zum Jahresthema „Fokus Bibliothek“.

2009 Wilhelm Scherübl, Der Schatten der Sonne

Ein Erfahrungs- und Reflexionsraum von Prozessen und Strukturen des Natürlichen – von Repräsentanten seiner künstlerischen Recherchen in und mit der Natur: ein schwarz-weißes Muster an den Wänden, getrocknetes Pflanzenmaterial in Stoffsäcken, ENNS als kühl-leuchtender Schriftzug, historische Bücher, Videoloops – Wasser, Energie, Licht, Materie, Zeit, Wind, Bewegung. Das Werden und Vergehen als komplexe Form ständiger Erneuerung. Die Installation beruht auf mannigfaltige Beziehungen zum Stift Admont und zu seiner Umgebung, zur naturhistorischen Sammlung und der Bibliothek als Wissensspeicher.

2010 Werner Reiterer, Studie über Fliegenpilz (2003)

Interaktive Skulptur als Teil von „Play Admont“. Ein Fliegenpilz mit Ping-Pong-Bällen gefüllt, die beim Erscheinen der Besucher in die Luft geschleudert wurden und zur Interaktion animierten: aufheben oder liegenlassen.

2011 Karl Leitgeb, Admonter Madonna                                                                                                    

Multimediale Intervention zur Situation der Abwesenheit/der Absenz der „Admonter Madonna“. Eine künstlerisch wertlose Madonnenstatue aus neuerer Zeit und ein altes Tonbandgerät als Attribut, durch das ein Endlosband lief: als einerseits sich ständig verändernde Skulptur, anderseits als Tonträger für die akustische Bemühung um Stille –Silentium! Ein Video dokumentierte diese mehrschichtig interpretierbare Arbeit.

2012 Hannelore Demel-Lerchster, Golden Delicious

Aus Äpfeln geschnitzte Portraits. Die unterschiedlichen Apfelköpfe nahmen Bezug auf die Wachsfrüchtesammlung im Naturhistorischen Museum. Die zahlreichen, an Fäden im Raum frei hängenden Apfelköpfe alterten im Laufe der Ausstellung. Damit wurde deutlich, wie der Verlust des „Lebenssaftes“ im Laufe der Zeit zu massiven Veränderungen der äußeren Erscheinungen führt. Größe, Form, Farbe und Geruch müssen sich dem Alterungsprozess beugen: Diskrepanz zwischen Jungend und Alter, zwischen glatt und runzlig, Leben und Tod.

2013 + 2014 Emil Siemeister, The Placebo Macclesfield Psalter                                                  

Ein hinterleuchtetes Raumfries garantierte einen außergewöhnlichen Wahrnehmungstrip im hellwachem Zustand. Das Rohmaterial für diese speziellen Transformationen stammen aus dem „Macclesfield Psalter“ (Illuminierte Handschrift, 14. Jhdt, Sammlung Fitzwilliam Museum, Uni Cambridge). 2016 wurde diese Installation mit denselben Admonter Raum-Proportionen anlässlich des zweihundertjährigen Bestehens des Fitzwilliam Museum in Cambridge gezeigt: 1:1 Transfer von Raum und Kunst.

2015 + 2016 Götz Bury, Galadiner

Das trashig-prunkvolle Speisezimmer besteht aus Teilen/Objekten, die unter Verwendung von Wegwerfartikeln, alten Bestecken, Küchen- und Haushaltsgeräten, ausrangierten Waschmaschinentrommeln und Küchenspülenblechen kreiert wurden. Auf humorvoll-kritische Art kommt es zu einer Auseinandersetzung mit dem Thema Recycling, Schnelllebigkeit, Wegwerf-Reflex und Neubestimmung. Unmissverständliche Zitate auf die liturgischen Geräte in der Schatzkammer verweisen auf einen spezifischen Sammlungsteil des Stiftes Admont. Sein „Gut leben ohne nix“ durchdringt den ganzen Raum und repräsentiert Götz Bury als engagierten Koch-Performer.

2017 Carola Willbrand, HimmelsHöllenKleid – siehe oben!

 

Zu den weiteren aktuellen Ausstellungen:

Museum für Gegenwartskunst  2017 „20 Jahre Sammlung Gegenwartskunst . OPEN THE LINK“

Gotik-Ausstellung: „DEM HIMMEL NAHE -Sammlung Mayer“

Ausstellungen 2015

Feuer & Flamme

Vom Admonter Stiftsbrand 1865 bis heute

22. März bis 1. November 2015 (zu den Winteröffnungszeiten lediglich im Museum für Gegenwartskunst noch zu besichtigen, Ausstellung in der Säulenhalle nicht mehr geöffnet!)

HP Erdgschoss (2)

Die Jahresausstellung 2015 wurde vom verheerenden Brand im April des Jahres 1865 initialisiert. Diese Katastrophe übertraf alle Schicksalsschläge in der seit 1074 währenden Geschichte des Stiftes Admont. Sie jährte sich 2015 zum 150sten Mal.

Wertvollste Sammlungen vernichtet

Stiftsbrand2Der Brand zerstörte große Teile des Ortes Admont und nahezu das gesamte Stift samt der Stiftskirche. Wertvollste Sammlungsbestände aus den verschiedensten Bereichen wurden ebenfalls vernichtet. Der Bibliothekssaal und dessen Bücherbestand konnten gerettet werden. Das aus dem 17. Jahrhundert stammende „Altgebäude“ wurde völlig abgetragen. Die drei großen Trakte des „Neugebäudes“ wurden weitgehend wieder instand gesetzt. Der Wiederaufbau blieb jedoch fragmentarisch.

Konsequenzen des Feuers

Schiffer 1840 KleinUnter dem Titel „Feuer & Flamme. Vom Admonter Stiftsbrand bis heute“ machte die Sonderausstellung die für das Kloster so bedeutenden Ereignisse von damals wieder nachvollziehbar. Sie erörterte auch deren weitreichende Konsequenzen. Zwei davon seien hier genannt: Als erster großer neugotischer Sakralbau Österreichs wurde die Admonter Stiftskirche auf den alten Fundamenten neu errichtet. Und Pater Gabriel Strobl hat im Zeitraum 1866-1906 nach der Zerstörung des Naturalienkabinetts das Naturhistorische Museum geschaffen.

Sonderausstellungs-Überblick

HP Feuer Erdgeschoss (1)Ausgangspunkt des Rundganges durch die verschiedenen Bereiche der Sonderausstellung war die barocke Säulenhalle im Erdgeschoss. Dort hieß es: Plötzlich erscholl der Schreckensruf: „Das Stift brennt!“ Anhand von verschiedenen Exponaten, wie Bildern, Bauplänen, Archivalien und Gegenständen aus dem „alten Stift Admont“, wurde das Klostergebäude vor dem Brand und während der Katastrophe nachgezeichnet.

Ein Video und die Zusammenschau von bisher nie gezeigten Exponaten ließ eine Vorstellung von den Dimensionen der Zerstörung, von der Komplexität der Umwälzungen und von den Herausforderungen des Wiederaufbaues gewinnen. Auch die historische Brandbekämpfung wurde thematisiert. Leihgaben von regionalen Feuerwehrverbänden (von den Freiwilligen Feuerwehren Admont, Ardning, Frauenberg, Hall und Weng) ließen es in der Ausstellung lebendig knistern.

FLI.Stammel, Universum, Stereoskopisch, 1860
Historische stereoskopische Aufnahme aus dem Jahre 1860 der beim Stiftsbrand abgebrannten Skulptur „Universum“ von Josef Stammel

Zahlreiche historische Ansichten des Ortes und des Stiftes vor und nach dem Brand, darunter stereoskopische Aufnahmen aus dem Jahre 1860 (also 5 Jahre vor dem Stiftsbrand!) ließen ein ganz neues Bild vom Stift und vom Ort Admont entstehen.

NHM, StroblWie Phönix aus der Asche haben sich die Betroffenen aus diesem Untergangsszenario heraus wieder kraftvoll in eine neue Zeit erhoben. Die 80.000 Herbarien-Blätter, über 250.000 Insekten, die Mineralien und Gesteine sowie die zahlreichen weiteren Präparate des Naturhistorischen Museums verdeutlichten die aus heutiger Sicht unglaublichen Leistungen von P. Gabriel Strobl. Die Flammen und das Naturhistorische Museum waren lebensbestimmend für diesen außergewöhnlichen Menschen. Selbst im Unglück liegt immer noch ein Rest von Hoffnung auf ein erfolgreiches Wirken mit einer ehrenvollen Zukunft.

Im Handschriftenraum wiesen wertvolle handgeschriebene und kunstvoll verzierte Schriften auf die beiden Grundelemente menschlichen Lebens hin: Feuer und Wasser.

Im Kunsthistorischen Museum ging die Präsentation der gottesdienstlichen Kleider, der Paramente, in farblicher Hinsicht auf das brennende Element ein. Im Feuer vergoldete Kelche und Monstranzen ergänzten diese Themenwahl.

GegenwartskunstDer Bereich Gegenwartskunst ging den „Aspekten des Feuers“ in Malerei, Skulptur, Grafik, Foto- und Videokunst der seit 1997 im Aufbau befindlichen hauseigenen Sammlung nach. Das Phänomen Feuer in der Kunst ist ein erstaunlich vielseitiges! In dieser Ausstellung fanden sich konkrete und metaphorische Darstellungen des Feuers. Es ging auch um Kunstgeschichte des Feuers, so etwa um das rote und das brennende Bild. Und es wurden Themen wie brandgefährliche Ideologien (Gedenkausstellung Hannes Schwarz), Umweltzerstörung und Katastrophenszenen zur Diskussion gestellt. Ebenso wurde deutlich: Es gibt auch vor Schaffenskraft brennende und nahezu verbrennende Künstlerinnen und Künstler.

Wie die Inbrunst des Glaubens, so hat aber auch die Leidenschaft des Sammelns selbst mit Feuer & Flamme zu tun; ebenso wie die Begeisterung für eine Sache oder für eine Idee, die wiederum selbst zündend sein kann.

Vielleicht sprang auch auf Sie ein Funke über – womöglich ein inspirierender.

Fotogalerie zur Ausstellung Feuer & Flamme

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Links zu den verschiedenen Ausstellungsbereichen:

HP Feuer Erdgeschoss (1)

Säulenhalle, „Das Stift brennt!“ – Stiftsbrand 1865

Naturhistorisches Museum

Die Flammen und das Naturhistorische Museum

Kunsthistorisches Museum

„Feuer und Flamme“ im Kunsthistorischen Museum

St 03

„Die Hölle“ von Josef Stammel in der Stiftsbibliothek

Der Handschriftenraum

„Feuer und Wasser“ im Handschriftenraum

HP Dieter Preissl . Michael Kienzer . Herbert Brandl

„Aspekte des Feuers“ im Museum Gegenwartskunst

Schwarz Admont 1

Brandgefährliche Ideologien – Gedenkausstellung Hannes Schwarz

Weitere News im Museum in der Saison 2015

Bury Galadiner2

Künstlerische Intervention im Kunsthistorischen Museum: Götz Bury, Galadiner

NP Raum

Ausstellungskooperation mit dem Nationalpark Gesäuse im Naturhistorischen Museum

 

Siehe auch weiter zu den vergangenen Ausstellungen!