Schlagwortarchiv: Admont

Spezialsammlungen

Made for Admont

Im Jahre 1997 hat das Stift Admont mit dem Aufbau der Sammlung Gegenwartskunst begonnen. Bis zum heutigen Tag gelangen Werke aus Ankäufen von Galerien, aus Sammlungen, direkt von Künstlerinnen und Künstlern, teils auch aufgrund von Schenkungen und Stiftungen in diese Sammlung. Bereits nach kurzer Zeit hat sich aus den guten und permanenten Kontakten primär zur österreichischen Künstlerschaft eine neue Situation ergeben.

Im Jahre 2000, also noch vor der Eröffnung des neuen Museums, wurde mit Lois Renner der damals „modernste Maler Österreichs“ als erster „artist in residence“ in das Stift Admont eingeladen. Man kann durchaus von einer experimentellen Laborsituation sprechen. Renner installierte sein heute in der Stiftssammlung befindliches Modell „Festung“ – einem 1 : 10 Nachbau seines Künstlerstudios. Er dokumentierte es in seiner neuen Umgebung und ließ es in kontrastreiche Zwiegespräche treten mit der Stiftsbibliothek und ihren Schriften, mit Werken des Stiftsbildhauers Josef Stammel und mit Kunstwerken aus dem Depot. Das Resultat des mehrwöchigen Dialoges unterschiedlicher Welten und ihres wechselseitigen Reagierens war eine Serie von Kunstwerken, in der zwei nicht so leicht vereinbare Gegensätze konstruktiv zu einem neuen Ganzen zusammengewachsen sind.

Das war die Geburtsstunde der MADE FOR ADMONT-Schiene. In weiterer Folge wurden und werden regelmäßig Künstlerinnen und Künstler eingeladen, neue Werke für die Sammlung zu schaffen. In einigen Fällen agierten die Admonter Mönche als „Models“ (etwa für Judith Huemer, Erwin Wurm, Konrad Rainer).

Auf dieser Sammlungsschiene gibt es einen Sonderbereich. Seit 2001 haben im Auftrag des Stiftes Admont 27 Künstlerinnen und Künstler unter dem Titel „JENSEITS DES SEHENS – Kunst verbindet Blinde und Sehende“ Kunstwerke für blinde, sehbeeinträchtigte und sehende Menschen geschaffen. Auch die grundsätzlich jährlich wechselnde „Künstlerische Intervention“ (seit 2003) im Kunsthistorischen Museum fällt in diesen Bereich.

Ein Gespräch von Sabine B. Vogel, Welten in Berührung, in: Kunstforum International, Die neue Auftragskunst, Ende der Autonomie? Band 244, 2017, S. 108-111.

WurmUntitled  2002  649DE6.b
Jenseits des Sehens 2 . Ausstellung im Contemporary Art Center Winzavod, Moskau, 2013,2014.
Künstlerische Intervention 2015 . Bury Galadiner
Märzendorfer white noise 2008
lois renner
Bibliothek Friedl (Platzhalter)
WurmUntitled  2002  649DE6.b Jenseits des Sehens 2 . Ausstellung im Contemporary Art Center Winzavod, Moskau, 2013,2014. Künstlerische Intervention 2015 . Bury Galadiner Märzendorfer white noise 2008 lois renner Bibliothek Friedl (Platzhalter)


Jenseits des Sehens – Kunst verbindet Blinde und Sehende“

Jenseits des Sehens_KarnerDiese Spezialsammlung ist ein eigenständiges Sammlungs-Modul innerhalb der Sammlung Gegenwartskunst. Sie umfasst derzeit 27 zeitgenössische Kunstwerke, die für Blinde und Sehende gleichermaßen zugänglich sind. Seit 2002 werden ausgewählte Künstlerinnen und Künstler damit beauftragt. Als Zugang zu dieser speziellen Themenstellung setzen sie sich auf unterschiedliche Art und Weise mit Blind-Sein bzw. Sehbeeinträchtigung auseinander. Im Dialog mit Betroffenen versuchen sie, diese Wahrnehmungswelt zu erkunden – und damit meist die eigene Wahrnehmung, das eigene körperliche Navigationssystem sowie die jeweils eigene künstlerische Produktion zu reflektieren. Aus diesem Prozess entstanden Kunstwerke, die mehrsinnlich erkundbar und erfahrbar sind – unmittelbar. Das Spektrum reicht von einfachen skulpturalen über hochkomplexe multimediale Werke bis zu Arbeiten, die sich nur über den Dialog zwischen Blinden und Sehenden erschließen. Lesen Sie mehr zur Sammlung JENSEITS DES SEHENS.

Weitere Spezialsammlungen im Stift Admont:

Sammlung Hannes Schwarz

Schwarz Admont 3Hannes Schwarz war einer der wichtigsten steirischen Künstler der Nachkriegszeit. Sein Werk resultiert aus einer kritischen Auseinandersetzung mit der Zeitgeschichte – im spezifischen mit den ideologischen Abgründen des NS-Regimes. 2002 hat der Künstler dem Stift Admont 24 Ölbildern und 68 Grafiken geschenkt. Weitere Informationen zur Sammlung Hannes Schwarz.

Sammlung Mayer

Erstmals ab 2017 werden ausgesuchte mittelalterliche Skulpturen, Tafelbilder und Glasmalerei aus der Sammlung Mayer gezeigt. Diese großartige und weitgehend auf einer Schenkung beruhende Gotik-Ausstellung reagiert auf ein neu erwachtes Interesse an den sakralen Skulpturen des späten Mittelalters, welche ihre Wirkung über Konfessions- und Religionsgrenzen hinaus entfalten.

Die in dieser Ausstellung vereinte Auswahl von Meisterwerken der Spätgotik – reichend von u. a. den “Schönen Madonnen” – um 1400 bis zu Niklaus Weckmann aus Ulm und dem Südtiroler Meister Hans Klocker aus Brixen – können nur einen knappen Überblick von einer Epoche geben, die zu den reichsten und fruchtbarsten unserer kunsthistorischen Vergangenheit gehört.

Gottesnähe und Weltenglanz, Kunst und Kultur werden zu einer Einheit verschmolzen mit dem Ziel die Seele des Besuchers zu erfassen. Die Exponate der Sammlung Kuno Mayer sind ein sichtbarer Erfolg jahrelanger Tätigkeit im spezialisierten Kunsthandel. Sie verfolgen den gemeinnützigen Zweck das andauernde Interesse an der Kunst des Mittelalters einer breiten Bevölkerungsschicht zu wecken. Der Sammler Kuno Erich Mayer lebt mit seiner Frau in Götzis in Vorarlberg. Kuno Erich Mayer zu seiner Sammlertätigkeit: “Eine Kunstsammlung ist geprägt von Leidenschaft und Freude, von dem Bedürfnis nach Besitzen und Ordnen. Kunstsammeln ist eine Tätigkeit zwischen Enthusiasmus und Kenntnis, im Spannungsbogen der Ökonomie und des Mäzenatentums, sie ist Entdecker und Wegbereiter für vieles, das später museale Weihen erhält. Kunst und Kultur stehen für Werte, die Halt und Ordnung geben und die Menschen innerlich bereichern.” Die Ausstellung ist ab 1. Mai 2017 im Stift Admont, tägl. 10 – 17 Uhr zu besichtigen!

Das gesamte Museum ist barrierefrei zugänglich!

Feuer & Flamme – Der Stiftsbrand 1865

Plötzlich erscholl der Schreckensruf: „Das Stift brennt!“

Schiffer 1840 KleinDer 27. April 1865, ein Donnerstag, begann als froher Frühlingstag und endete für Admont, sowohl für den Markt als auch für das Benediktinerstift, als der wahrscheinlich katastrophalste Tag ihrer Geschichte. Stiftsarchivar P. Jakob Wichner bezeichnet diesen Tag als einen der unheilvollsten in der Geschichte der Abtei, denn dieses Unglück überbot alle bisher über Admont hereingebrochenen Drangsale an Graus und Schrecken.

Das Stiftsarchiv Admont verwahrt in seinen Beständen sowohl Augenzeugen- als auch Zeitzeugenberichte. Die wohl beeindruckenste Schilderung der Ereignisse stammt aus der Feder des P. Blitmund Tschurtschenthaler (1825-1893). Demnach brach das Feuer gegen 17 Uhr im Haus vulgo Oberlederer aus. Ein Anwesen, das relativ zentral, in der Mitte des Marktes Admont lag.

Was war die Brandursache? P. Jakob Wichner gibt als Ursache Brandstiftung beim Oberlederer an. Der Täter soll dies sogar vor seinem Tod gestanden haben.

Vom föhnigen Nordwestwind angetrieben breitete sich das Feuer rasch auf die Nachbarhäuser im Markt aus. Doch lassen wir den Augenzeugen P. Blitmund sprechen:

Stiftsbrand1In kurzer Zeit standen beide Häuserreihen von der Mitte des Marktes an bis zur Stiftskirche und auch die alte Amanduskirche in ein Feuermeer gehüllt. […] Als ich vom Thurme weg wieder in mein Zimmer gehen wollte, begegnete mir ganz consterniert der Herr Prälat Carlmann, der gerade von der Kanzlei in die Prälatur ging, und sagte mir: Das Feuer sei schon im Begriffe, in die Prälatur einzudringen. […] Als ich in den ersten Stiftshof kam, begegneten mir schon eine Menge Flüchtlinge aus dem Markte mit Sack und Pack, um im Stifte eine Zuflucht zu finden, da man glaubte, das Stift, als mit Ziegeln gedeckt, werde vom Feuer verschont bleiben; Auch ein Kranker wurde auf seinem Bette liegend in das Stift getragen. Brennende Schindeln wurden nach allen Richtungen vom heftigen Wind durch die Lüfte getragen und fielen rechts und links vor mir im Stiftshofe nieder. Mittlerweile hat der starke Funkenflug aus dem Markt her kommend auch die Dachung der Stiftskirche erfasst, und dies kaum eine Stunde nach dem Ausbruch des Brandes. […] Plötzlich erscholl der Schreckensruf: „Das Stift brennt.“

Stiftsbrand2

Diesem denkwürdigen Ereignis ist die diesjährige Sonderausstellung im Museum des Benediktinerstiftes Admont gewidmet.

Anhand von verschiedenen Exponaten, wie Bildern, Bauplänen, Archivalien und Gegenständen aus dem „alten Stift Admont“, wird das Klostergebäude vor dem Brand und während der Katastrophe nachgezeichnet.

Entgegen vieler (oft lang tradierter) Meinungen ist das Kloster jedoch nicht vollständig niedergebrannt. Man nutzte hingegen die Möglichkeit, durch das Abtragen vieler Bauteile einen damals als „modern“ erachteten Neubau des Stiftes anzugehen, der jedoch nicht einmal ansatzweise vollendet wurde. Das ist das Stift Admont (als Gebäude gesehen) heute.

Noch nie zur Schau gestellte Baupläne für den geplanten Wiederaufbau des Stiftes und realisierte Pläne des Stiftsbaumeisters Wilhelm Bücher vervollständigen diese spannende Sonderausstellung.

Eine Bereicherung erfährt die Ausstellung durch zum Teil historische Objekte (Pumpen, Spritzen, Wägen, etc.), die seitens der Freiwilligen Feuerwehr zur Verfügung gestellt wurden.

P. Maximilian Schiefermüller O.S.B., Stiftsarchivar

Alle Ausstellungen 2015

Die Flammen und das Naturhistorische Museum

Ausstellung 2015 – Feuer & Flamme

Stiftsbrand Themenbild

„Es war um die fünfte Abendstunde, als die Glocken ertönten, um Feuer zu signalisieren. Dieses war in einem Wirtschaftsgebäude des mittleren Marktes aus einer noch unbekannten Ursache entstanden, und da Admont binnen kurzer Zeit oft von Feuerschäden heimgesucht worden war, ohne dass der Brand eine größere Ausdehnung gewonnen hätte, so hoffte man diesmal, mit vereinten Kräften des drohenden Elementes Herr werden zu können. …“.

Pater Florian Kinnast hielt seine Eindrücke knapp drei Wochen nach der großen Katastrophe vom 27. April 1865 schriftlich fest. Diese Verzögerung war weniger seiner Ergriffenheit zuzuschreiben, als der Tatsache, dass der Brand gar erst mit 2. Mai endgültig erloschen war.

Stiftsbrand2Zerstörung, soweit das Auge reichte. Standen viele der Marktbewohner vor den mehr als dürftigen Resten ihrer Existenz, so war auch das geistige Zentrum des Ortes, das Stift, extrem betroffen. Die Dächer der Türme und der Stiftskirche waren eingestürzt, die Glocken geschmolzen, Prälatur, Priorat und Gästetrakt mit Hofgerichtskanzlei durch die Flammen praktisch vernichtet. Etliche Kleriker mussten notgedrungen in ihre Heimat entsandt werden. Der Brand hatte sich laut Pater Kienast mit solcher Schnelligkeit verbreitet, dass das Stift innerhalb einer einzigen Stunde in Flammen stand. Es war damit ein Wunder, dass die größte Sehenswürdigkeit Admonts, seine Bibliothek, mit dem Wissen und der Gelehrsamkeit vieler Jahrhunderte gerettet werden konnte. Ein Wunder war dazu, dass selbst in der Kirche der Marienaltar mit seinen Holzschnitzwerken von Josef Stammel sowie dem ihn umgebenden Musselineschleier vom Feuer verschont wurde, während der Hochaltar samt dem Kirchendach verglühte.

Fischsaurier DSCF7484Kein Wunder also, dass P. Florian Kinnast mit der Feststellung Aufsehen erregte, es sei eigentlich vieles verbrannt was als unbrennbar betrachtet werden müsste und viel hätte überlebt, das eher als leicht brennbar anzusehen sei. Womit wir auch in den Bereich der Naturhistorischen Abteilung gelangen. Welche Objekte aus den so geschätzten Sammlungen des ursprünglichen Raritätenkabinettes des Abtes Gotthard Kuglmayr haben das Inferno von 1865 überlebt? Da wäre vielleicht überraschend das Wachsobst von Pater Konstantin Keller zu erwähnen, welches allerdings in Wahrheit gerade außer Haus war. Was ging im Brand unter? Wäre die Gesteinssammlung erste Wahl Ihrer Vorstellung? Die Topase und Smaragde? Oder, wie Herr Dr. Satori 1811 in seinem Buch erwähnte „ … eine Dose von prächtigem Onyx, eine von opalisierendem kärntnerischen Muschelkalk, ein Kästchen von Calzedon … “? Die versteinerten Reste eines Fischsauriers? Im Museum vorhanden waren daneben unter vielem anderen ein Samuraischwert sowie naturwissenschaftliche Instrumente, Fernrohre, Wettermessgeräte, eher als alchemistische Öfen zu bezeichnende Apparaturen, oder gar ein so bezeichnetes „Donnerhaus mit Blitzableiter“. Alles dies fiel jedoch zusammen mit dem viel bestaunten Großobjekt des Stammel‘schen Universum im Gegensatz zu etlichen eher brennbaren Gemälden, hölzernen Wappentafeln und etlichen Stickereien unerbittlich der Hitze zum Opfer.

NHM, StroblUmso beeindruckender, dass man sich im Hause nicht auf das Bedauern beschränkte sondern, zwar keineswegs frohgemut aber unverdrossen, sofort daranging die Sammlungen erneut zusammenzustellen. Schon bei der Wahl des zuständigen Verantwortlichen zeigte der damalige Abt Karlmann Hieber bewundernswerte Menschenkenntnis. Sein Augenmerk fiel auf einen blutjungen 20-jährigen Frater mit ausgesprochener Naturliebe und einem Blick für systematisches Arbeiten und das ganz in einem aufgeschlossenen, weltoffenen Sinn. Selbst heute wird die Evolutionstheorie von Charles Darwin nicht uneingeschränkt akzeptiert, für Pater Gabriel Strobl (1846-1925) war sie kein Problem. Höchstens eines das untersucht zu werden wert sei. Um 1870 war dies eine beachtenswerte und nicht unangreifbare Einstellung.

HP Naturhistorisches SchmetterlingeAnfänglich konzentrierte sich Strobl mit seiner Arbeit besonders auf die Pflanzenwelt, an deren Pflege von 70- 80.000 Blättern noch heute viele fleißig zu arbeiten haben werden. Weithin bekannt und wissenschaftlich geehrt wurde Pater Gabriel jedoch, als er sich zunehmend der Insektenwelt zuwandte. Mit dem Erfolg, dass das Museum in Admont heute mehr als 250.000 Insekten besitzt, darunter über 900 Erstbestimmungen und besonders im Hinblick auf die Dipteren, den Zweiflüglern, Wertschätzung der wissenschaftlichen Welt gewonnen hat. Daneben fand der vom Forschergeist beseelte Pater Zeit sich für Mineralien und Gesteine zu erwärmen und durch eigene Sammeltätigkeit und zusätzliche Bittgesuche immerhin an die 6000 Belegexemplare zusammenzustellen. Angeführt muss zusätzlich werden, dass er Naturgeschichte in Melk, in Seitenstetten und in Admont unterrichtete. In Admont schließlich leitete er dazu das hier befindliche Gymnasium. Dass der Benediktiner daneben einige beachtenswerte Klettertouren in unseren Bergen unternahm unterstreicht die Tatkraft und das Interesse eines außergewöhnlichen Menschen.

HP Die Flammen und das Naturhistorische Museum (3)

Wer weiß ob sein Wirken ohne den Schrecken des katastrophalen Brandes derart zur Geltung gekommen wäre. Selbst im Unglück liegt immer noch ein Rest von Hoffnung auf ein erfolgreiches Wirken mit einer ehrenvollen Zukunft.

Kustos: Karl-Heinz Krisch

Alle Ausstellungen 2015

Das Feuer – Fluch und Segen zugleich

Ausstellung 2015 – Feuer und Flamme

Seit der Mensch denkt, erlebt er das Feuer als Faszination. Feuer spendet Wärme und Licht. Mit Feuer lassen sich Lebensmittel zubereiten, wilde Tiere abwehren und Metalle verarbeiten – zu Schwertern oder Pflugscharen.

Zugleich erlebt der Mensch das Feuer als Bedrohung. Dörfer und Städte, Wälder und Felder brennen lichterloh. Feuer dient als Waffe und vernichtet Leben. Die Feuer der Hölle lodern ebenso wie die Scheiterhaufen der Hexen.

Feuer ist Fluch und Segen zugleich, Gottesgeschenk und Strafe.

Bis weit in das 19. Jahrhundert hinein war der Mensch dem Feuer ausgeliefert. Brandordnungen verhinderten zwar manches Feuer, und viele mutige Helfer löschten mit Eimerketten und handbetriebenen Pumpen kleinere Brände. Aber gegen Feuersbrünste half nur das Gebet. Die Gottesmutter Maria und „Feuerheilige“ wie Florian, Barbara oder Christopherus wurden um Hilfe angerufen. Zahlreiche Gebetserhörungen, aufgezeichnet im „Frauenberger Mirakelbuch“, erzählen von Gottvertrauen und himmlischer Fürsprache.

MDas Feuer Fluch und Segenoderne Technik, beginnende Motorisierung und Fortschrittsglaube prägten zunehmend das 19. Jahrhundert. Der Mensch nahm sein Schicksal in die Hand. 1851 entstand die erste Freiwillige Feuerwehr der Monarchie im böhmischen Reichstadt, 1853 in Graz die erste der Steiermark. 1872 gründeten sich in der Region die Wehren von Liezen, Rottenmann und Aussee, 1873 von Admont und St. Gallen.

Heute bestimmt Hochleistungstechnik den Brandschutz. Modernste Geräte helfen, von bestens ausgebildeten Freiwilligen bedient, Feuer zu bekämpfen. Und doch wacht der hl. Florian an jedem Rüsthaus über seine „Florianijünger“…

P. Winfried Schwab OSB, Kulturbeauftragter des Konventes

Künstlerische Intervention 2017

Raum für künstlerische Intervention im Kunsthistorischen Museum 2017

Carola Willbrand, HimmelsHöllenKleid, 2017

Carola Willbrand geb. 1952, „Nähmethodikerin“, lebt und arbeitet nahe Köln, aufgewachsen mit der Kunst aus dem Umfeld der Rheinischen Expressionistinnen ihrer Tante, Käthe Schmitz-Imhoff (Schwester ihres Vaters), die erste Frau, die bei Heinrich Nauen an der Düsseldorfer Akademie studierte. Ausstellungstätigkeit seit 1981, in denen der Faden als Metapher für den Lebensfaden auf unterschiedlichsten Materialien das tragende Element bildet.


Im Kunsthistorischen Museum steht seit 2003 ein Raum für künstlerische Interventionen zur Verfügung. Ein Portal trennt die alte von aktueller Kunst. Man durchschreitet sozusagen in einer Sekunde etwa 200 Jahre. Dadurch kann erleb- und spürbar werden, wie sehr sich das Stift Admont mit der Kunst der Gegenwart identifiziert, wie es diese mit der Kunst vergangener Epochen in einen vitalen Dialog bringt. 2017 ist der Raum für künstlerische Intervention unter dem Titel „HimmelsHöllenKleid“ von Carola Willbrand gestaltet. Eine Glockenkasel schwebt ähnlich einem Zelt im Raum. Sie hängt auf einem Paramentenbügel für die museale Präsentation liturgischer Textilien. Das Material ist handgeschöpftes Papier aus getragenen Textilien der Künstlerin. Über das Papier bewegt sich ein Totentanz. Diese Zeichnungen sind mit der Hand genäht. Der Tod begleitet all die NäherInnen und StickerInnen, der MenschenGewänder, der Tod begleitet die Weltreisen der Textilien seit der Entdeckung der Seestraßen nach Asien Anfang des 15. Jahrhunderts. So wurden Muster, Blumen, Tiere aus China in die europäischen liturgischen Stoffe eingearbeitet. Heute kleiden wir uns mit Billigtextilien aus Asien, die unter unmenschlichen, tödlichen Bedingungen hergestellt werden.

Dieses ‚HimmelsHöllenKleid‘ ist umgehbar. Die Nähzeichnungen mit ihrer Verschiedenfarbigkeit des Ober- und Unterfadens sind sowohl von außen als auch von innen sichtbar. Dieses Kleid, das auch ein Zelt ist, das Himmelszelt als Schöpfungsbild, bezieht sich auf die historischen liturgischen Textilien im Benediktinerstift Admont. Der Totentanz ist eine Reaktion auf die neue Gotik-Ausstellung im Stift Admont. Die einzelnen handgeschöpften Papiere sind einem Leporello ähnlich zusammenfaltbar. Das Leporello als Mittel ein Künstlerbuch raumfüllend skulptural zu gestalten, das beschäftigt Carola Willbrand schon lange. Die Anbringung von speziellen Textausschnitten als FadenLese an der Wand entwickelte Carola Willbrand spontan vor Ort – ebenso durch den Einfluss der neuen Gotik-Ausstellung. Die Schrift bezieht sich auf die Textura, die gotische Schrift, die auch Gitterschrift genannt wird. Die Schrift und die Textauswahl verweisen auf die Bedeutung und Wirkung unserer historischen Wurzeln auf die Jetztzeit.

 

Chronologie der Künstlerischen Interventionen (kuratiert von Michael Braunsteiner):

Franz Graf (2003), Ingeborg Strobl (2004), Markus Wilfling (2005), Norbert Trummer (2006), Thomas Baumann und Martin Kaltner (2007), Stefan Emmelmann (2008), Wilhelm Scherübl (2009), Werner Reiterer (2010), Karl Leitgeb (2011), Hannelore Demel-Lerchster (2012), Emil Siemeister (2013/14), Götz Bury (2015/16), Carola Willbrand (2017)

2003 Franz Graf, Ohne Titel                                                                                                                            

Ziel seiner Arbeit war es, der „Stille vergangener Welten“ nachzuspüren, die „tiefe Konzentration und stille Meditation“ der mittelalterlichen Mönche in ihrer Schreibstube wieder spürbar zu machen. Gefundene Objekte aus seinen Erkundungstouren im Depot sowie in Ecken und Winkeln des Benediktinerstiftes Admont stellte er in Verbindung zu gemalten Wandschriften und seinem mitgebrachten Raben – als Platzhalter an der Wand.

2004 Ingeborg Strobl, Natur

Ein Kooperationsprojekt mit einer Klasse der HS Admont (Wandzeichnungen zu barocken Gemälden). Der Heilige Geist schwebte als Gestalt einer Taube über unterschiedlich beurteilbaren, wahrnehmbaren Tierabbildungen. Die Taube als Symbol des Friedens – das Tier als Träger einer Botschaft sowie als Teil der Schöpfung.

2005 Markus Wilfling … her und hin und … 1 Video + Skulptur, Kamera: Krisztina Kerekes

Konzeptueller Hintergrund ist eine Bewusstmachung der starken aktuellen Aktivitäten des Stiftes Admont im Bereich Gegenwartskunst in Kommunikation mit den historischen Exponaten aus früheren kulturellen „Hoch“-Zeiten des Klosters im Mittelalter und im Barock. Eine Videoarbeit „holt“ Teile des normalerweise nicht sichtbaren Kunstdepots mitten in das Museum.

2006 Norbert Trummer, Ausgestopfte Tiere – bewegen sich

Zeichnungen und Trickfilm. Ausgestopfte Tiere der Naturhistorischen Sammlung des Stiftes unter detailreicher Beobachtung im zeichnerischen Prozess.

2007 Thomas Baumann und Martin Kaltner, Laufding

Videoinstallation. Weggeworfene Gegenstände wurden aus dem alltäglichen Entsorgungssystem extrahiert und über die Konfrontation mit dem musealen Kontext der kunst- und naturhistorischen Sammlung des Stiftes Admont in ihrer Wertigkeit hinterfragt. Der „Lauf der Dinge“ (Fließband-Video) wurde auf einer übergeordneten Meta-Ebene als ein in der Welt und des Universums immanentes Prinzip beschrieben.

2008 Stefan Emmelmann, Ephemer und Ewig

Wahrnehmungsbilder zum Thema Wort, Schrift, Bibliothek mit besonderer Beziehung zum Jahresthema „Fokus Bibliothek“.

2009 Wilhelm Scherübl, Der Schatten der Sonne

Ein Erfahrungs- und Reflexionsraum von Prozessen und Strukturen des Natürlichen – von Repräsentanten seiner künstlerischen Recherchen in und mit der Natur: ein schwarz-weißes Muster an den Wänden, getrocknetes Pflanzenmaterial in Stoffsäcken, ENNS als kühl-leuchtender Schriftzug, historische Bücher, Videoloops – Wasser, Energie, Licht, Materie, Zeit, Wind, Bewegung. Das Werden und Vergehen als komplexe Form ständiger Erneuerung. Die Installation beruht auf mannigfaltige Beziehungen zum Stift Admont und zu seiner Umgebung, zur naturhistorischen Sammlung und der Bibliothek als Wissensspeicher.

2010 Werner Reiterer, Studie über Fliegenpilz (2003)

Interaktive Skulptur als Teil von „Play Admont“. Ein Fliegenpilz mit Ping-Pong-Bällen gefüllt, die beim Erscheinen der Besucher in die Luft geschleudert wurden und zur Interaktion animierten: aufheben oder liegenlassen.

2011 Karl Leitgeb, Admonter Madonna                                                                                                    

Multimediale Intervention zur Situation der Abwesenheit/der Absenz der „Admonter Madonna“. Eine künstlerisch wertlose Madonnenstatue aus neuerer Zeit und ein altes Tonbandgerät als Attribut, durch das ein Endlosband lief: als einerseits sich ständig verändernde Skulptur, anderseits als Tonträger für die akustische Bemühung um Stille –Silentium! Ein Video dokumentierte diese mehrschichtig interpretierbare Arbeit.

2012 Hannelore Demel-Lerchster, Golden Delicious

Aus Äpfeln geschnitzte Portraits. Die unterschiedlichen Apfelköpfe nahmen Bezug auf die Wachsfrüchtesammlung im Naturhistorischen Museum. Die zahlreichen, an Fäden im Raum frei hängenden Apfelköpfe alterten im Laufe der Ausstellung. Damit wurde deutlich, wie der Verlust des „Lebenssaftes“ im Laufe der Zeit zu massiven Veränderungen der äußeren Erscheinungen führt. Größe, Form, Farbe und Geruch müssen sich dem Alterungsprozess beugen: Diskrepanz zwischen Jungend und Alter, zwischen glatt und runzlig, Leben und Tod.

2013 + 2014 Emil Siemeister, The Placebo Macclesfield Psalter                                                  

Ein hinterleuchtetes Raumfries garantierte einen außergewöhnlichen Wahrnehmungstrip im hellwachem Zustand. Das Rohmaterial für diese speziellen Transformationen stammen aus dem „Macclesfield Psalter“ (Illuminierte Handschrift, 14. Jhdt, Sammlung Fitzwilliam Museum, Uni Cambridge). 2016 wurde diese Installation mit denselben Admonter Raum-Proportionen anlässlich des zweihundertjährigen Bestehens des Fitzwilliam Museum in Cambridge gezeigt: 1:1 Transfer von Raum und Kunst.

2015 + 2016 Götz Bury, Galadiner

Das trashig-prunkvolle Speisezimmer besteht aus Teilen/Objekten, die unter Verwendung von Wegwerfartikeln, alten Bestecken, Küchen- und Haushaltsgeräten, ausrangierten Waschmaschinentrommeln und Küchenspülenblechen kreiert wurden. Auf humorvoll-kritische Art kommt es zu einer Auseinandersetzung mit dem Thema Recycling, Schnelllebigkeit, Wegwerf-Reflex und Neubestimmung. Unmissverständliche Zitate auf die liturgischen Geräte in der Schatzkammer verweisen auf einen spezifischen Sammlungsteil des Stiftes Admont. Sein „Gut leben ohne nix“ durchdringt den ganzen Raum und repräsentiert Götz Bury als engagierten Koch-Performer.

2017 Carola Willbrand, HimmelsHöllenKleid – siehe oben!

 

Zu den weiteren aktuellen Ausstellungen:

Museum für Gegenwartskunst  2017 „20 Jahre Sammlung Gegenwartskunst . OPEN THE LINK“

Gotik-Ausstellung: „DEM HIMMEL NAHE -Sammlung Mayer“

Mönche

  • Abt Gerhard Hafner O.S.B., Mag. theol.
    68. Abt von Admont (seit 2017), Pfarrer und Moderator in Admont, Kirchenrektor der Abteikirche
  • Abt Bruno HublAlt-Abt Bruno Hubl O.S.B.
    emeritierter Abt des Stiftes Admont (1996 – 2017), Seelsorger in St. Gallen, Altenmarkt/Enns und Unterlaussa
  • CF002237_pp_pp_neuPater Maximilian Schiefermüller O.S.B., Mag. theol., Mag. phil.,
    Prior, Hofmeister, Pressesprecher, Stiftsarchivar und -bibliothekar, Kustos der Paramente und der Kunstkammer, Kapitelsekretär, Pfarrprovisor in Hall und Frauenberg, Wallfahrtsseelsorger und Superior in Frauenberg, Seelsorger in Ardning
  • P. ThomasPater Thomas Stellwag O.S.B., MMag. theol.
    Subprior, Novizenmeister und Klerikermagister, 1. Cantor, Direktor sowie Lehrer für Italienisch und Religion am Stiftsgymnasium, Pfarrer in St. Gallen, Altenmarkt und Unterlaussa, Dechant des Dekanates Admont
  • Subprior P. WinfriedAbt Winfried Schwab O.S.B., Dipl. theol.
    Abt der Abtei Neuburg bei Heidelberg (Deutschland)
  • P. KolomanPater Koloman Viertler O.S.B.
    Oblatenrektor, Pfarrer i. R.
  • P. GebhardPater Gebhard Grünfelder O.S.B., Mag. theol.
    Gymnasialdirektor i. R., Pfarrprov. i. R.
  • P. BernhardPater Bernhard Menzel O.S.B.
    Pfarrer in Wildalpen
  • P. PlacidusPater Placidus Suppan O.S.B., Dr. theol.
    Pfarrer i. R.
  • P. JosefPater Josef Wagner O.S.B.
    Pfarrer i. R.
  • P. AndreasPater Andreas Scheuchenpflug O.S.B.
    Pfarrer i. R., Aushilfspriester
  • P. BertholdPater Berthold Rosenegger O.S.B.
    Pfarrer i. R.
  • P. GabrielPater Gabriel Reiterer O.S.B., Mag. theol.
    Seelsorger des Pflegeheimes St. Benedikt in Frauenberg, Küchenmeister, Vestiar, Aushilfspriester
  • P. SiegmundPater Siegmund Peschl O.S.B., Mag. theol.
    Pfarrer i. R., Aushilfspriester
  • P. EngelbertPater Engelbert Hofer O.S.B., Mag. theol.
    Pfarrer in Landl, Gams und Palfau
  • P. EgonPater Egon Homann O.S.B., Mag. theol.
    Pfarrer in Admont, Leiter des Hauses der Begegnung in Graz, Seelsorger im Studentenwohnheim Münzgrabenstraße in Graz, Prior der Komturei Graz der Ritter vom Heiligen Grab zu Jerusalem, Regionalkoordinator im Ennstal und Ausseerland
  • P. JohannesPater Johannes Aichinger O.S.B., Mag. theol., Mag. et Dr. iur.
    Lehrer für Religion am Stiftsgymnasium, Chronist, Pfarrer in Johnsbach und Weng
  • Pater Michael Robitschko O.S.B., Mag. theol.
    Kulturbeauftragter, Pfarrer in Trieben, St. Lorenzen und Hohentauern,
    Verbandseelsorger des Österreichischen Cartellverbandes
  • P. WolfgangPater Wolfgang Fischer-Felgitsch O.S.B., Mag. theol.
    Mitarbeiter in der Präfektur des Päpstlichen Hauses in Rom, Ehrenkaplan in S. Maria dell’Anima
  • P. ClemensPater Clemens Grill O.S.B., Mag. theol.
    Pfarrer in Mautern, Kalwang, Kammern, Traboch und Wald am Schoberpass, Dechant des Dekanates Leoben
  • P. UlrichPater Ulrich Diel O.S.B., Mag. theol.
    Gastmeister, 2. Cantor, Konventdelegierter zum Generalkapitel, Seelsorger in Frauenberg–Ardning und Hall
  • P. AugustinusPater Augustinus Gejdos O.S.B., Mag. et Dr. theol.,
    Seelsorger in Trieben,  St. Lorenzen und Hohentauern
  • P. JeremiasPater Jeremias Müller O.S.B., Dipl. theol.
    Seelsorger in Graz-Süd, Graz-Liebenau und Graz-Thondorf, Ausbildung zum Gestalttherapeuten in Deutschland und Bibliodramaleiter
  • fr_vinzenzFrater Vinzenz Schager O.S.B.
    Triennalprofesse, Zeremoniar, Student d. kath. Fachtheologie in Salzburg
  • Frater Alexander Weiss Nov. O.S.B.
    Novize
  • Frater Rupert Schwarz Nov. O.S.B.
    Novize

Öffnungszeiten Museum

Winteröffnungszeiten 2017/18

6. November 2017 – 28. Februar 2018:
Freitag 10 – 12 Uhr
Samstag/Sonntag 10 – 14 Uhr
(geschlossen von 24.-26.12.2017 und 1.1.2018)
Weihnachtsferien: 27.12.2017 – 7.1.2018, tägl. 10 – 14 Uhr geöffnet
Semesterferien: 17.2.2018 – 25.2.2018, tägl. 10 – 14 Uhr geöffnet
1.3. – 24.3.2018 geschlossen!

Museumssaison 2018

25. März – 4. November 2018, tägl. 10 – 17 Uhr

Für Einzelpersonen findet während der Saison täglich um 10.30 Uhr und 14.00 Uhr eine 40-min-Führung durch die Bibliothek statt (keine Anmeldung erforderlich). Die Bibliothek ist auch ohne Führung zugänglich! Gruppenreservierungen unter Tel: +43 (0)3613/23 12-604 oder museum@stiftadmont.at.

Museumswerkstatt

Museumswerkstatt – Workshops für Schüler und Erwachsene

Wie jedes Jahr können auch heuer wieder Museumswerkstätten/Workshops im Museum für Schüler- und Erwachsenengruppen ab mind. 6 bis max. 15 Personen (je nach Thema) gebucht werden. Die Werkstätten müssen bitte immer rechtzeitig angemeldet werden. Die Themen der Museumswerkstatt sind „Bücherwurm“, „Klostermedizin“, „Schreiben wie ein Mönch“ und „Papier schöpfen“. Die Museumswerkstätten sind für Jung und Alt gemacht. Jedes Thema hat einen Bezug zum Benediktinerstift Admont.

Gegen Voranmeldung das ganze Jahr über buchbar, telefonische Anfragen an Tel.: +43 (0)3613/23 12-604 oder museum@stiftadmont.at.

Unsere Themen 2017:

„Bücherwurm“: Was „kriecht und fleucht“ denn in den Büchern? Wie kommt der Bücherwurm Monti in das Buch und was macht er dort? Kinder haben die Möglichkeit mit viel Spaß und Spannung Monti, den Bücherwurm kennenzulernen. Dauer: ca. 1 Stunde, Gruppengröße: max. 15 Personen

kraeutergarten_stiftadmont (5)„Klostermedizin“: In dieser Werkstatt wird das alte Wissen über Heilkräuter und deren praktische Verwendung übermittelt. Nach einem Kräuterspaziergang (wenn es das Wetter zulässt) wird eine Heilsalbe oder ein Lippenbalsam zusammen hergestellt. Dauer: ca. 1 Stunde 15 Minuten, Gruppengröße: max. 15 Personen

Museumswerkstatt (2)„Schreiben wie ein Mönch“: Bei diesem Workshop bekommt man einen Eindruck mit welcher Mühe und Plage damals die alten Handschriften entstanden sind. Das Schreiben in gotischer Handschrift ist eine echte Herausforderung und erfordert viel Konzentration. Am Ende hat jeder Teilnehmer sein eigenes Werk geschaffen. Dauer: ca. 2 Stunden, Gruppengröße: max. 15 Personen


Museumswerkstatt (1)
„Papier schöpfen“:
Wie entsteht Papier? Bei diesem Workshop hat man die Möglichkeit sein eigenes Papier zu schöpfen. Es werden jegliche Fragen rund um das Papier beantwortet. Im praktischen Teil sind der Kreativität keine Grenzen gesetzt. Dauer: ca. 1 Stunde 20 Minuten, Gruppengröße: max. 15 Personen

Teilnehmerzahl: mind. 6 bis max. 15 Personen
Termin: Voranmeldung
Preis: € 5,50/Kind (ohne Bibliotheksführung), € 11,00/Kind (mit Bibliotheksführung),
€ 19,00/Erwachsene (mit Bibliotheksführung)

Hier kommen Sie zu weiteren Gruppen-Kombinationsangeboten 2017!

HP Kinderprogramm Museumswerkstatt (1)

Schatzsuche für Kinder

MontiMuseumsdetektive aufgepasst, erwartet das Unerwartete … Im obersteirischen Stift Admont befindet sich ein kostbares Juwel, das inmitten einer felsigen Gebirgslandschaft nur selten vermutet wird. Das Benediktinerkloster beherbergt neben einem vielseitigen Museum auch die größte Klosterbibliothek der Welt. Ein wahres Barockjuwel umgeben von faszinierenden und spannenden Schätzen, die es dort wahrlich über Geheimgänge zu entdecken gibt.

Kleine Museumsdetektive können die verborgenen Schätze anhand einer Schatzkarte durchs Museum aufspüren. Wer findet heraus was sich hinter den Geheimtüren in der Bibliothek befindet? Aber was knurrt und surrt denn da im Naturhistorischen Museum? Nur wer die Rätsel der Schatzkarte lösen kann, bekommt am Ende den Schatz!

Ab ins Museum! Monti, der Bücherwurm freut sich schon auf Euren Besuch!

Nähere Informationen unter Tel.: +43 (0)3613/23 12-604 oder museum@stiftadmont.at!
Wir freuen uns auf euer Kommen!


Kinderprogramm im Sommer 2017

Damit während der Sommerferien auch bei den jüngsten Museumsbesuchern keine Langeweile aufkommen kann, werden verschiedene Workshops in unserer Museumswerkstatt angeboten. Die Workshops finden abwechselnd statt:

„Engerlwerkstatt“: Vom Himmel kommen die Engel her. Daher machen wir uns im Museum auf die Suche nach kleinen und großen, dicken und zarten „Engerln“. Wie viele Engelsdarstellungen gibt es wohl im Museum? In der Werkstatt werden wir dann gemeinsam Engel in mehreren Techniken gestalten, die dann mit nach Hause genommen werden dürfen.

„Flugakrobaten & Flugkünstler im Tierreich“: Was flattert denn da im Naturhistorischen Museum? Hier können einige Flugkünstler, u. a. wie der Falke oder der Uhu bestaunt werden. Im Anschluss daran falten wir verschiedene Modelle von Papierfliegern. Wenn das Wetter es zulässt, gibt es zum Abschluss einen lustigen Wettbewerb!

„Wo ist man dem Himmel besonders nah?“: In der Kirche werden wir zu kleinen Abenteurern und begeben und auf eine Entdeckungsreise durch die große Stiftskirche, um Verborgenes sichtbar zu machen. Anschließend bohren und schnitzen wir in der Werkstatt eine sehr ungewöhnliche Flöte, um selbst zu musizieren.

Ferienprogrammstart 2017:

Jeden Freitag ab dem 7. Juli bis 25. August 2017 von 11.00 bis 12.30 Uhr
Dauer: ca. 1 1/2 Stunden
Treffpunkt: Museumskasse im Erdgeschoss (max. 10 Kinder pro Termin)

Die Programme sind geeignet für Kinder von 6 bis 12 Jahren. Anmeldung unter Tel.: +43 (0)3613/23 12-604 oder museum@stiftadmont.at

 

Architektur

Die weltberühmte Admonter Stiftsbibliothek liegt im Ostflügel des Stiftsgebäudes. Im ersten Obergeschoss des Südtraktes ist sie über das Museum zugänglich. Mit einer Länge von 70 m, einer Breite von 14 m und einer Höhe von 11 m (in der Mittelkuppel 12,7 m) ist dieser Raum der größte klösterliche Bibliothekssaal der Welt.

 

Achtes Weltwunder – Admonter Klosterbibliothek

In der Vergangenheit wurde dieser Saal auch als „Achtes Weltwunder“ bezeichnet. Das Zusammenspiel seiner gewaltigen Dimensionen, seiner architektonischen Gliederung, seines Bücherbestandes und seiner künstlerischen Ausstattung  wirkt zeitlos atemberaubend.

Als Architekt wird in der älteren Literatur fälschlich der aus Steyr stammende Baumeister Gotthard Hayberger genannt. Nach dem heutigen Forschungsstand hat der aus Wien gebürtige und hauptsächlich in der Steiermark tätige Architekt Josef Hueber den Bibliothekssaal geplant und die Bauarbeiten geleitet. Dabei hat er sich den bis 1726 erbauten Prunkbau der kaiserlichen Hofbibliothek (heute Nationalbibliothek) in Wien zum Vorbild genommen.

Hueber hat auch den Admonter-Saal in drei Kompartimente geteilt: In einen zentralen, längsovalen Kuppelraum und in zwei beidseitig angegliederte Flügelsäle. Die beiden Flügelsäle sind in je drei Jochen von gelängten Platzlgewölben überspannt. Somit wird der gesamte langgestreckte Prunksaal von insgesamt 7 Kuppeln überwölbt. Er ist durch zwei Geschosse geführt, und wird von 48 Fenstern belichtet.

Der zentrale Kuppelraum wird durch zwölf gewölbetragende Säulen aus rötlichem Marmor betont. Sie setzen einen vertikalen Akzent. Auf eine Galerie wurde verzichtet. Die Aufmerksamkeit wird auf das mittlere, für das Bibliotheksprogramm wesentliche Kuppelfresko (alle Deckengemälde stammen von Bartolomeo Altomonte) gelenkt. Es hat die göttliche Offenbarung mit der Darstellung der personifizierten göttlichen Weisheit zum Thema.

In den beiden langen Seitensälen zieht sich eine von Konsolen getragene Galerie entlang. Die Zweigeschossigkeit wird dadurch betont und die Kuppelhöhe gedrückt. Maßgeblich für den Raumeindruck sind die zweigeschossigen Bücherschränke. In den Ecken aller Teilräume sind diese Schränke abgerundet. Durch diese bereits auf das Empire vorgreifende Raumlösung werden 12 der insgesamt 60 Fenster verdeckt. Hinter den je zwei inneren Eckschränken der Flügelsäle führen an vier Stellen der Bibliothek Wendeltreppen zur umlaufenden Galerie im Obergeschoß.

„Geheimtüren“ in der Admonter Bibliothek

Täuschend echte Attrappen von Bücherrücken in nicht als solchen erkennbaren Türen bewahren den homogenen Raumeindruck. Von den Besuchern werden sie „die Geheimtüren“ der Admonter Bibliothek genannt.

Der Admonter Büchersaal wurde erst um 1765 geplant. Die Bauarbeiten dürften 1773 abgeschlossen gewesen sein. Die Innenarchitektur unterscheidet sich somit auffallend von älteren Büchersälen und anderen Stiftsbibliotheken des 18. Jahrhunderts. Besonders deutlich wird der Unterschied in der Farbgebung und Belichtung. Für Helligkeit sorgen schon die zahlreichen Fenster. Statt wie in warmen Brauntönen früherer Bibliotheken sind die Admonter Bücherschränke in weiß mit sparsamer Goldverzierung ausgeführt. Zum einen deuten sich hier Stilelemente des Rokoko an. Zum anderen spiegelt sich darin die geistige Strömung dieser Zeit: die Epoche der Aufklärung.

HP Bibliothek.Boden1Der aufklärerische Geist wird natürlich auch im Bücherbestand, in den Kunstwerken, sogar am Boden des Saales spürbar. Über 7.000 rautenförmige Steine aus weißem, rotem und grauem Marmor sind in der gesamten Bibliothek in raffinierter Weise zu geometrischen Mustern gefügt. Je nach subjektiver Wahrnehmung lassen sich Bänder, Zickzack-Linien, Würfel oder scheinbar räumliche Stufengebilde erkennen.

Bibliothek

Größte Klosterbibliothek der Welt

Die Admonter Stiftsbibliothek ist eines der großen Gesamtkunstwerke des europäischen Spätbarocks. In ihr sind verschiedene Kunstgattungen (Architektur, Fresken, Skulpturen, Schriften & Druckwerke) zu einer Einheit verschmolzen. Sie stellt einen über Jahrhunderte hinweg reichenden Wissensspeicher dar.

Größter klösterlicher Bibliothekssaal der Welt als beliebtes Ausflugsziel
Bibliothek_Stift Admont

 

Der mit einem Kuppelfresko im Jahre 1776 vollendete, spätbarocke Bibliothekssaal wurde von Abt Matthäus Offner (Regierungszeit 1751-1779) in Auftrag gegeben. Seit etwa 1764 geplant und in den Folgejahren gebaut wurde sie vom österreichischen Barockbaumeister Josef Hueber (1715-1787). Hueber war den Ideen der Aufklärung verpflichtet: „Wie den Verstand soll auch den Raum Licht erfüllen.“ Der gewaltige, in drei Teile gegliederte Raum ist der größte klösterliche Bibliothekssaal der Welt. Aufklärerischen Geist atmen auch die sieben Deckenfresken, die der über 80-jährige Bartolomeo Altomonte (1694-1783) in den Sommermonaten der Jahre 1775 und 1776 schuf. Sie zeigen die Stufen der menschlichen Erkenntnis vom Denken und Sprechen über die Wissenschaften bis zur göttlichen Offenbarung in der Mittelkuppel.

In den Bücherregalen unter dieser Kuppel finden sich Ausgaben der Bibel und der Kirchenväter, im nördlichen Seitensaal die theologische Literatur, im südlichen Saal alle übrigen Fachgebiete.

Die Stiftsbibliothek Skulpturen

Stiftsbildhauer Josef Stammel (1695-1765) hat die umfangreichen, in Lindenholz geschnitzten bildhauerischen Kunstwerke des Prunksaales geschaffen. Besonders beeindruckend sind die ‚Vier letzten Dinge‚, eine Gruppe von vier überlebensgroßen Darstellungen von Tod,  Gericht, Himmel und Hölle. Sie sind allerdings früher als die Bibliothek entstanden und stehen im Kontrast zum aufgeklärten Konzept des Architekten. Mehr zu den „Vier letzten Dingen„. Mehr zu Josef Stammels „Universum„.

Der Bibliothekssaal beherbergt ca. 70.000 Bände. Der gesamte Bücherbestand des Stiftes umfasst an die 200.000 Bände. Den kostbarsten Schatz bilden dabei die mehr als 1.400 Handschriften (ab dem 8. Jahrhundert) sowie die 530 Inkunabeln (Frühdrucke bis zum Jahr 1500).

Die weltgrößte Klosterbibliothek ist barrierefrei zugänglich und auch ohne Führung zu besichtigen!

Fotogalerie der Stiftsbibliothek
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Generalrestaurierung der barocken Stiftsbibliothek

In den Jahren 2004 bis 2008 wurde die Admonter Stiftsbibliothek erstmals restauriert. Lesen Sie weiteres zur Restaurierung.

Gegenwartskunst in der Stiftsbibliothek (Rückblick)

Sehen Sie hier einige Positionen der Gegenwartskunst in der Stiftsbibliothek.

3-D-Ansicht der Admonter Stiftsbibliothek

Sehen Sie hier eine 3D Ansicht der Stiftsbibliothek.

Quelle: Johann Steininger
Quelle: Johann Steininger