Stift Admont unterstützt Rumänien-Projekte

Hilfe zur Selbsthilfe in Rumänien

„Uns geht’s so gut – wir haben die Pflicht, zu helfen!“

SchülerInnen des Stiftsgymnasiums Admont unterstützen seit drei Jahren mehrere Projekte in Rumänien und haben vor Ort mitgeholfen, einige Häuser aufzubauen. Es gibt viele Förderer und einige neue Vorhaben. Friedrich Dirninger ist Lehrer am Stiftsgymnasium Admont und zugleich Obmann des Vereins: „Hilfe zur Selbsthilfe in Siebenbürgen“, ein Verein zur Unterstützung von Roma-Siedlungen in Rumänien. Die Roma gehören, in dem noch immer armutsgeprägten Land Rumänien, zu der ärmsten Bevölkerungsschicht. In den letzten drei Jahren hat der Verein gemeinsam mit ihnen Häuser gebaut, versucht die Infrastruktur für ein eigenes Dorf zu schaffen und Kindern den Schulbesuch zu ermöglichen. Man hilft den Menschen zur Selbsthilfe.

Begonnen hat das Projekt, als im Gymnasium Stainach Schulmöbel entsorgt wurden.Friedrich Dirninger machte sich auf die Suche, wer diese benötigen könnte und kam über die Neue Mittelschule in Admont in Kontakt mit Gerhard Spitzer, der seit vielen Jahren Entwicklungshilfe in Rumänien betreibt. Er meinte: „Es wird dort alles benötigt!“

Im August 2014 wurden in einer Woche von SchülerInnen und Lehrern gemeinsam zwei Dachstühle für eine Schule vor Ort gebaut. Derzeit leben rund 100 Personen in diesem Dorf, alle Kinder können nun eine öffentliche Schule besuchen. Und ein Schulbesuch ist in Rumänien keine Selbstverständlichkeit. Häufig passiert es, dass Kinder erst mit 10 Jahren die erste Klasse Volksschule besuchen können. In der neuen Dorfschule wird nun an den Wochenenden der Lernstoff mit LehrerInnen, die freiwillig helfen, nachgeholt.

Insgesamt sind seit Beginn des Projektes 17 Sattelschlepper mit unterschiedlichsten Materialien, darunter Spenden von SchülerInnen, Eltern und Firmen nach Rumänien gefahren. Bereits bei der ersten Fahrt wurden 17 Tonnen Hilfsgüter geliefert! Das Feuer wurde entfacht! In und um das Dorf werden auch Schweineställe sowie Obst- und Naschgärten gebaut. Bei der nächsten Hilfsaktion im Juli soll die gesamte Infrastruktur aufgebaut werden. 15 Personen werden in 10 Tagen das gesamte Dorf kanalisieren und mit Trinkwasser und Strom versorgen.

Mittlerweile unterstützt der Verein rund um Friedrich Dirninger bereits vier nachhaltige Projekte in Rumänien. Eines davon befindet sich in Klausenburg, wo rund 100 Familien unter unvorstellbaren Bedingungen, im wahrsten Sinne des Wortes, auf einer riesigen Müllhalde leben.

Mittlerweile war Friedrich Dirninger in den letzten drei Jahren bereits 11 Mal in Rumänien. Zuletzt wurde zu Ostern mit Hilfe von SchülerInnen des Stiftsgymnasiums eine Lagerhalle für Hilfsgüter gebaut. Auch zahlreiche Maschinen, ein Traktor sowie ein Auto wurden bereits gespendet und nach Rumänien gebracht. Gemeinsam mit Schülern aus Admont wurde ein neuer Häusertypus entworfen und soll demnächst gebaut werden. Unterstützt werden diese Leistungen zum größten Teil vom Stift Admont.

Bislang waren 60 Personen bei den Projekten in Rumänien im Hilfseinsatz. „Mit unseren Aktivitäten wollen wir erreichen, dass Roma sehen, dass sie selbst, so wie wir, etwas leisten müssen, um besser leben zu können. Wir kümmern uns um ihre Ausbildung, damit sie eine Arbeit bekommen und sich selbst erhalten können. Sie unterliegen einem strengen Punktesystem, um in die Häuser einziehen zu können und sie sollten in drei Jahren selbst ein Haus bauen können. Ein Jugendlicher der mit seiner Familie auf der Müllhalde lebte, hat im Vorjahr maturiert – dies wird als wahrhafter Erfolg des Vereins verbucht!“, schwärmt Fritz Dirninger.

Der Verein lebt von Menschen, die sich engagieren und Menschen, die spenden. Für jede Spende gibt es nun ein Holzherz. Diese werden hier und in Rumänien angefertigt. Holz und Maschinen wurden bereits nach Siebenbürgen geliefert. Und es gibt auch schon neue Visionen im Verein: In Zukunft sollen auch Häuser aus Strohballen angefertigt werden. Und es soll noch mehr Augenmerk auf die Ausbildung gelegt werden – als Hilfe zur Selbsthilfe und Selbsterhaltung.

Weitere Infos:
siebenbuergenhilfe.blogspot.com
mail: siebenbuergenhilfe@gmx.at

Spendenkonto:
IBAN: AT713800100000108480
BIC: RZST AT 2G001