Künstlerische Intervention 2015-2016

Raum für künstlerische Intervention im Kunsthistorischen Museum 2016

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Götz Bury, Galadiner

Götz Bury, 1960 in Hamburg geboren, Holzbildhauerschule München, Studium der Bildhauerei an der Hochschule für Angewandte Kunst in Wien bei Wander Bertoni.

Im Kunsthistorischen Museum steht seit 2003 ein Raum für Künstlerische Interventionen zur Verfügung. Nur ein Portal trennt die Kunst vom Mittelalter bis zum Rokoko von aktueller Kunst. Man durchschreitet sozusagen in einer Sekunde etwa 200 Jahre. Dadurch kann erleb- und spürbar werden, wie sehr sich das Stift Admont mit der Kunst der Gegenwart identifiziert, wie es diese mit der Kunst vergangener Epochen in einen vitalen Dialog bringt.

2016 wurde der Raum für Künstlerische Intervention von Götz Bury gestaltet. Unter dem Titel „Galadiner“ hat er unter Verwendung von alten Bestecken, Küchen- und Haushaltsgeräten, ausrangierten Waschmaschinentrommeln und Küchenspülen-Blechen, sowie von weiteren Wegwerfartikeln ein trashig-prunkvolles Speisezimmer geschaffen.

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Entsprechend der Tradition dieses seit 2003 immer neu bespielten Raumes setzt sich auch Götz Bury in seiner künstlerischen Intervention mit einem spezifischen Sammlungsteil des Stiftes Admont auseinander. Das augenscheinlichste Resultat sind unmissverständliche Zitate auf die liturgischen Geräte in der Schatzkammer. Zugleich greift er auf seine humorvoll-kritische Art das immer aktueller werdende Thema Recycling in unserer schnelllebigen Wegwerf-Gesellschaft auf.

Er macht bewusst: „Ein Drittel der Lebensmittel wird entsorgt. Prekäre Arbeits- und Lebensverhältnisse treffen immer mehr Menschen. Zur Schattenseite der Globalisierung zählt auch die Verschwendung von Rohstoffen.“ Daran anknüpfend, schlägt sich in dieser Arbeit auf einer weiteren Ebene sein Engagement als verblüffend agierender Koch-Performer nieder. Götz Bury kocht und kreiert als Künstler mit der Überzeugung, man könne auch „Gut leben ohne nix“!

Chronologie der Künstlerischen Interventionen (kuratiert von Michael Braunsteiner):

Franz Graf (2003), Ingeborg Strobl (2004), Markus Wilfling (2005), Norbert Trummer (2006), Thomas Baumann und Martin Kaltner (2007), Stefan Emmelmann (2008), Wilhelm Scherübl (2009), Werner Reiterer (2010), Karl Leitgeb (2011), Hannelore Demel-Lerchster (2012), Emil Siemeister (2013/14), Götz Bury (2015/16)

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