Geschichte des Naturhistorischen Museums

Schon seit der Barock-Zeit hat es im Stift Admont ein damals so genanntes „Musaeum“ gegeben. Über dessen Bestände ist nichts Konkretes bekannt. Dem damaligen Zeitgeist entsprechend dürften neben Naturobjekten wohl allerlei Raritäten und Kuriositäten darin beherbergt gewesen sein.

Im frühen 19. Jahrhundert erwarb Abt Gotthard Kuglmayr (reg. 1788–1818) verschiedene Sammlungen: so eine Mineralien-Kollektion, eine Xylothek (forstbotanische Sammlung in Buchform) sowie verschiedene Herbar-Sammlungen. Abt Gotthard gründete im Jahr 1809 mit diesen Beständen und einigen ethnologischen und archäologischen Exponaten das „Naturalien-Cabinet“.

Daneben befand sich in diesem „Cabinet“ auch ein physikalisches und chemisches Laboratorium zu Lehr- und Lernzwecken sowie das „Universum“ des Barockbildhauers Josef Stammel (1695–1765). Bei dieser handelt es sich um eine etwa vier Meter hohe Skulpturengruppe, die in ihrer Vielfältigkeit an Figuren und Reliefs ein verdichtetes Abbild des menschlichen Universums bot.

Stiftsbrand

Der große Stiftsbrand im Jahre 1865 hat das „Naturalien-Cabinet“ vernichtet. Seine damaligen Bestände mitsamt dem Stammel’schen „Universum“ fielen ihm zum Opfer. Ein Jahr nach dem Brand trat der damals 20jährige Gabriel Strobl in das Kloster Admont ein. Er wurde von Abt Karlmann Hieber (reg. 1861–1868) mit dem Wiederaufbau des Naturhistorischen Museum betraut.

In 44jähriger Arbeit – bis zu seinem Schlaganfall im Jahr 1910 – hat Pater Strobl das Museum neu errichtet. In seinen ersten 12 Schaffensjahren widmete er sich hauptsächlich der Botanik, die folgenden 32 Jahre gab er sich ganz der Insektenforschung (Entomologie) hin.

Vor allem durch eigenes Sammeln, aber auch durch weltweiten Tausch, Kauf und Geschenke von Gönnern konnte Pater Gabriel Strobl die außerordentlichen Sammlungs-Bestände erreichen. Durch den enormen Arbeitsfleiß von P. Strobl war die Ausstattung des Museums im Jahr 1906 praktisch vollendet und konnte für die Öffentlichkeit zugänglich gemacht werden.

In der NS-Zeit und während der folgenden Kriegsjahre bis ins Jahr 1949, machte sich der damalige Kustos der naturhistorischen Sammlungen, Hans Kiefer, für die Betreuung der Bestände verdient. Vor allem bemühte sich Kiefer um die Rückführung der Kollektionen ins Stift Admont, die während der Kriegsjahre ins Joanneum nach Graz verlegt wurden.

Günter Morge, der nachfolgende Kustos, setzte die Bemühungen der Rückführungen der Sammlungs-Bestände fort und konnte zwischen 1966 und 1972 fast alle bislang in Graz verbliebenen Sammlungen nach Admont zurückführen.

Im Zuge des Umbaus und der Neugestaltung der Museumslandschaft im Stift Admont wurden auch die Räumlichkeiten des Naturhistorischen Museums renoviert und am 2. Mai 2004 feierlich eröffnet.