Künstlerische Intervention

Innerhalb des Kunsthistorischen Museums wurde der „Raum für künstlerische Interventionen“ vorgesehen.

Künstler und Künstlerinnen erhalten regelmäßig den Auftrag, die Rolle von KuratorInnen zu übernehmen und diesen musealen Raum nach ihren Vorstellungen zu gestalten. Dafür stehen ihnen unterschiedlichste Objekte aus den stiftischen Depots und Sammlungen zur Verfügung, die nicht unbedingt wertvoll oder intakt sein müssen. Diese können in Installationen integriert, mit eigenen künstlerischen Werken oder anderen Medien kombiniert werden. In diesem Raum zeigt sich also die Reaktion des jeweiligen Künstlers auf diesen speziellen Ort mit seinen Menschen.

Der Rollenwechsel vom Künstler zum Ausstellungsmacher, der kreative Eingriff in traditionelle museale Wertsysteme seitens zeitgenössischer KunstproduzentInnen, damit verbunden die sichtbar gemachte Kommunikation von Historie und Gegenwart, bieten die Möglichkeit völlig neuer Sichtweisen. Gedankenanstöße in Richtung einer Infragestellung alter und neuer Werte sind durchaus beabsichtigt ...


Folgende Installation ist vom 3. Juni - 07. November 2010 zu sehen:

Studie über Fliegenpilz, 2003

Tritt man an die Skulptur heran, beginnt der Pilz Tischtennisbälle quasi wie Sporen durch die Luft zu wirbeln. Das Szenario verwirrt den Betrachter visuell, ist es doch fast nicht mehr möglich aufgeklebte weiße Flecken auf der Skulptur von herumfliegenden Bällen zu unterscheiden.

Psychedelische Eigenschaften des realen Pilzes werden in ein interaktives, skulpturales Feld übersetzt. Hin und wieder fällt ein Ball aus der Skulptur auf den Boden und wird sogleich vom Besucher aufgenommen und wieder in den Pilzhut zurück geworfen. Er vollführt damit exakt die gleiche Handlung, wie beim Pilze Sammeln im Wald.





Werner Reiterer, geb. 1964, ist Mitglied des Grazer Forum Stadtpark und der Wiener Secession. Die Basis seines künstlerischen Schaffens bildet die zeitlich nicht begrenzte Grafikserie der „Gezeichneten Ausstellungen“, einer Serie von jeweils 70 x 50 cm großen Bleistiftzeichnungen, die künstlerische Ideen im weitesten Sinn zum Thema hat und 1996 entstand.

Interventionen im öffentlichen Raum, Skulpturen, Fotografien und technisch aufwendige Installationen, die meistens den Betrachter aktiv in die Arbeit mit einbinden, gehen aus dieser Zeichenserie, die der Künstler als eine Art „Ideenpool“ bezeichnet, hervor. Aber auch „dreidimensional nicht realisierbare Ideen“ finden in diesem Werkblock der Zeichnung ihren Niederschlag. So haftet den Zeichnungen, in gestalterischer Sicht, ein streng beibehaltener Formalismus an, der sich bei den dreidimensionalen Arbeiten einer nahezu unbegrenzten Verwendung verschiedenster Materialien und Techniken bedient. Nicht der formale Stil ist hier ausschlaggebend, sondern die Etablierung eines „Stils des Denkens“, der vorrangig die Erzeugung von immateriellen, skulpturalen Feldern verfolgt.

Und weil der gesamte künstlerische Ansatz Werner Reiterers sehr nahe am Menschen liegt, können diese Arbeiten auch oft sprechen oder atmen, fordern den Betrachter auf, bestimmte Handlungen zu setzen. Kurzum, die Werke „verhalten sich auf charakterlicher Ebene“ menschenähnlich. Durch die sehr ausgeprägte interaktive Ebene der Arbeiten, wird der Mensch nicht nur als „lebendes, skulpturales Material“ aktiv in die Konzeption und Umsetzung des Werks eingebunden, sondern ist auch ein wesentlicher Bestandteil des Werkes.


Für "Play Admont" entwickelt Werner Reiterer im Aussenbereich des Areals auch zwei weitere Positionen!










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Werner Reiterer
Künstlerische Intervention 2010 von Werner Reiterer - ein Fliegenpilz schießt mit Mini-Kügelchen um sich!
Werner Reiterer
Die Fliegenpilz-Installation, die mit Bällchen wirft von Werner Reiterer