Geschichte
Die benediktinische Gemeinschaft von Admont hat sich während ihres mehr als 900jährigen Bestehens immer der Kunst und Kultur geöffnet. Auch heute sucht das Stift den Kontakt zur Kunst und Kultur unserer Zeit. Seit 1997 baut das Stift Admont kontinuierlich eine Gegenwartskunst-Sammlung auf. Sie beinhaltet derzeit rund 350 museale Werke von über 130 meist österreichischen Künstlerinnen und Künstlern der jüngeren und mittleren Generation.
Die Sammlung Gegenwartskunst setzt sich aus zwei Komponenten zusammen: aus MADE FOR ADMONT-Auftragskunst (Schwerpunkt Skulptur, Installation, Fotokunst, multimediale Kunst) und Atelier- bzw. Galerieankäufen (Schwerpunkt Malerei). Künstler wie Lois Renner, Erwin Wurm und Rudi Molacek haben in den letzten Jahren als „artists in residence“ vor allem auf dem Gebiete der Fotokunst bedeutende Werkgruppen geschaffen. Eine andere Kerngruppe wiederum – Thomas Baumann, Stefan Gyurko, Maria Hahnenkamp, Anna Jermolaewa, Werner Reiterer, Constanze Ruhm, Emil Siemeister – hat für die Stiftssammlung Kunstwerke erarbeitet, die spezifisch auf außervisuelle Wahrnehmbarkeit hin abzielen. Grundsätzlich für Blinde konzipiert, eröffnen diese spezifischen Arbeiten neue Wege der Kunstrezeption – auch für Sehende.
Einen Kern der Atelier- und Galerieankäufe bilden überwiegend jüngste malerische Werke von österreichischen Künstlerinnen und Künstlern der jungen und mittleren Generation - darunter zahlreiche Träger des „Monsignore Otto Mauer-Preises“ (den u. a. auch Alfred Klinkan 1981 erhielt). Neben Einzelwerken beinhaltet die ständig wachsende Sammlung ebenso Werkgruppen ausgewählter KünstlerInnen. Einen Grundstock bildet die großzügige Schenkung von Grafiken und Malereien des Steirers Hannes Schwarz, die dauerhaft in Sonderausstellungsräumen zu sehen ist. Ein Querschnitt durch das malerische Werk des leider vierundvierzigjährig verstorbenen Alfred Klinkan (1950-1994) bildet ein weiteres Konvolut.
Eine starke Gruppe konstituiert sich aus jüngeren großformatigen Werken von Künstlern, die sich in den 1970er und 80er Jahren als Vertreter der „Neuen Malerei“ einen Namen gemacht und sich in unterschiedlichste Richtungen weiter entwickelt haben: Siegfried Anzinger, Erwin Bohatsch, Herbert Brandl, Josef Kern, Alois Mosbacher, Hubert Scheibl und Hubert Schmalix. Insgesamt 25 Leinwandbilder aus den 80er Jahren von Gunter Damisch, Herbert Brandl, Otto M. Zitko, Gerwald Rockenschaub und Alois Mosbacher aus der Sammlung Rudi Molacek runden diesen Sammlungsschwerpunkt ab.
2003 erging auch eine großzügige Schenkung von 15 Werken österreichischer Gegenwartskunst von Herrn Pipin Henzl von der Fa. Neuner + Henzl Treu-Mandat GmbH an das Stift Admont.
Das „Museum für Gegenwartskunst“ ist die Plattform für die Präsentation diverser Positionen aktueller Kunst in immer neuen Zusammenstellungen. Das Stift engagiert sich für die junge Kunstszene. Es ist gerade in wirtschaftlich schwierigen Zeiten ein wesentlicher Förderer der Kunst neben der öffentlichen Hand. Hinter der lebendigen Kunstsammlung stehen: die Admonter Mönche, die den Ort und die Möglichkeit für die Realisierung einer solchen Sammlung bieten; die stiftische Wirtschaft, vertreten von den Wirtschaftsführern und rund 500 Beschäftigten, welche die finanziellen Mittel für den Bau des Museums, für Ankäufe, Ausstellungen etc. einspielt; die aus dem stiftischen Kulturausschuss bestehenden Gruppe, die über den künstlerischen Leiter des Museums den Kontakt zur Kunstwelt aufbaut, unterhält und vertieft, die Künstlerinnen und Künstler in die Abtei einlädt, sie mit Werken beauftragt und/oder diese von ihnen erwirbt.
Wesentlich im Stift Admont ist das Leben mit Gegenwartskunst. Mönche und Mitarbeiter des Stiftes können sich jederzeit Kunstwerke aus dem Depot ausborgen und machen auch rege davon Gebrauch. Gegenwartskunst ist hier etwas ganz Natürliches und Lebendiges.
Liste der mit Werken in der Sammlung österreichischer Gegenwartskunst im Stift Admont vertretenen Künstlerinnen und Künstler
Stand: Jänner 2009