Gegenwart im Museum für Gegenwartskunst

NEU ab 25. März 2012:
JENSEITS DES SEHENS
Kunst verbindet Blinde und Sehende
Stift Admont – Bibliothek & Museum
25. März bis 8. Juli 2012

Der kuratorische Schwerpunkt im Bereich Gegenwartskunst fokussiert zunehmend in der künstlerischen Produktion der hauseigenen Reihe MADE FOR ADMONT. Eine Besonderheit dieser kontinuierlich weiter entwickelten Sammlungsschiene sind die grundsätzlich für sehbehinderte und blinde Menschen konzipierten, für Sehende mehrsinnlich wahrnehmbaren BEYOND SEEING-Kunstwerke.

Die ersten dieser Art wurden im Jahre 2002 in Auftrag gegeben. Im Museum des Stiftes Admont wird 2012 erstmals die auf 10 produktive Jahre rückblickende Werkschau dieser einzigartigen Sammlung von Kunstwerken JENSEITS DES SEHENS gezeigt.
Allen diesen sogenannten BEYOND SEEING-Kunstwerken gemeinsam ist, dass ihre Wahrnehmung über die Augen nicht im Vordergrund steht. Sie alle können von blinden Menschen und von Sehenden mit verbundenen Augen unterschiedlich erlebt werden. Natürlich haben sie auch immer eine Form  – sind sie mehr oder weniger künstlerisch gestaltet, ihrem Zweck entsprechend designt. Somit sind diese Objekte, Bilder, Installationen oder multimedialen Werke auch sichtbar. Sie haben ihre eigene, oft verblüffende Ästhetik.

Für gewöhnlich heißt es in Galerien und Museen strikte: Nicht berühren! Bei diesen Kunstwerken ist das anders. In dieser Ausstellung kann Kunst – meist interaktiv – andersARTig erlebt werden. Je nachdem lassen sich die Exponate ertasten, hören und riechen, womöglich sogar schmecken.

Für blinde Menschen sind sie barrierefrei zugänglich. Sehenden wiederum wird Kunst auf unerwartete, auf spielerische Weise zugänglich – ganz anders, ganz neu. Wer dabei in die Tiefe geht, dem können sich die wesentlichen Fragen des Lebens eröffnen. Sehende können sich ein „Bild“ davon machen, wie die Welt der blinden Menschen „aussieht“. Auf besonderen Wunsch besteht bei einigen dieser Kunstwerke sogar die Möglichkeit, dass blinde Menschen ihre Wahrnehmungsweisen an Sehende vermitteln, wie es im „Unsichtbaren Garten“ der Fall ist.

Auch betreffend Berührungsängsten und Vorurteilen können barrierefreie Zugänge zur Gegenwartskunst gefunden werden. Kunst kann nicht nur gesehen, sie kann mit den Händen begriffen, mit allen Sinnen erfahren werden. Somit wird sie auch mit dem Kopf leichter begreifbar. Lässt man sich auf diese Kunst ein, öffnet sie die verschlossenen Augen so manches Sehenden für Bereiche, denen gegenüber viel von uns für gewöhnlich blind ist. Zwischen blinden und sehenden Menschen findet ein spannender und beiderseits grenzerweiternder Prozess des ART SHARING’s statt.


NEU ab 14. Juli 2012:
ZWISCHEN ERINNERN UND VERGESSEN
Endlichkeit & Ewigkeit

Stift Admont – Bibliothek & Museum
14. Juli bis 4. November 2012
Kurator: Michael Braunsteiner

Geburt, Leben und Tod, Erinnern, Verblassen und Vergessen: die Grenzen und die Zwischenräume. Davon handelt diese Ausstellung. Einige Bereiche des Museums werden, aus der vorhandenen Vielfalt schöpfend, mit Werken aus den Stiftssammlungen bespielt. In anderen wird das naturgemäß in ihnen präsente Thema zoomartig enthüllt. Gattungen kommunizieren miteinander. Vergangenheit, Gegenwart und Zukunft verweben sich:

In Ausstattung und Büchern der barocken Bibliothek sowie im Naturhistorischen Museum kann man in dieser Ausstellung auf uns alle beschäftigende Fragen des „Erinnerns und Vergessens“ stoßen – und wohl auch auf so manche Antwort. Im Museum für Gegenwartskunst kommuniziert aktuelle Kunst zum Thema mit historischen Büchern. Im Naturhistorischen Museum von P. Gabriel Strobl spiegeln uns ausgestopfte Tiere, Weingeistpräparate, zahllose Pflanzen und Insekten scheinbare Lebendigkeit vor – und doch sind sie alle längst tot. Nur der Menschen Werk hat die Präparate bisher vor dem Verfallen und Vermodern bewahrt.

Auch im Kunsthistorischen Museum wird der Kampf mit dem ständig nagenden Zahn der Zeit bewusst. Die besten Kunstwerke versuchen wir so lange wie möglich zu erhalten. Das gelingt über viele Jahre und Jahrhunderte. Aber nicht ewig. Vor dem Hintergrund der Philosophie des Existentialismus lotet das malerische und grafische Lebenswerk von Hannes Schwarz (geb. 1926) die Tiefen dieses Themenschwerpunktes aus.

In der barocken Säulenhalle erwartet Sie das multimediale Erlebnis des gemeinhin als unaufführbar geltenden Dramatischen Gedichtes mit Musik „Manfred“ von Robert Schumann. Ihm liegt ein in seiner Urfassung als Anti-Faust konzipierter Text von Lord Byron zugrunde. In diesem unter der Regie und Visualisierung des Medienkünstlers Johannes Deutsch im Jahre 2010 nur dreimal in der Düsseldorfer Tonhalle aufgeführten Werk geht es um einen Menschen, der sein Leben zu Ende denkt, um Vergessen fleht und aus Kummer stirbt. Originale Entwürfe/Storyboards geben Einblick in das Entstehen dieses Gesamtkunstwerkes.

Alles hat ein Ablaufdatum. Ausnahmslos. Und am Ende? Was dann?! Wir Menschen sind unterschiedlich. Die einen glauben, dann wäre alles aus. Die anderen meinen, sie würden wieder in diese Welt der Vergänglichkeiten geboren werden. Christen glauben und hoffen – glauben an Gott und hoffen auf ein ewiges Leben nach dem Tod. Und manche glauben noch ganz anderes. Jeder meint zu wissen, dass er recht hat. Was meinen Sie?

Von Anbeginn an hat sich die Menschheit mit diesen Themen beschäftigt. Der Fokus ist vor allem in der Religion, der Philosophie, der Wissenschaft, der Kunst darauf gerichtet. Das Stift Admont mit seinem kontrastreichen Museum und seiner Bibliothek bietet sich als idealer Ort für eine Begegnung mit den brennendsten, zeitlosesten und aktuellsten Fragen unserer menschlichen Existenz an.



Download:
Museumsfalter 2012
353 KB

Hier finden Sie eine Auflistung aller vertretenen Künstler im Stift Admont: Künstlerliste mit Werken



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Jenseits des Sehens
Jenseits des Sehens - Kunst mit allen Sinnen begreifen!
Gegenwartskunst
Sammler und ihre Sammlungen im Museum für Gegenwartskunst (2011)
Gegenwartskunst
Gegenwartskunst rund um das Thema Erinnern und Vergessen - 2012 im Stift Admont!
Säulenhalle
Installation von Rudi Molacek in der Säulenhalle (2011)
Naturhistorisches Museum
Aktuelle Kunst in Verbindung mit historischen Tierpräparaten im Naturhistorischen Museum