Kunstwerke bitte berühren!

Besondere Stationen bilden grundsätzlich für Blinde konzipierte Kunstwerke. Diese multimedialen Skulpturen, von Künstlern wie Thomas Baumann, Stefan Gyurko, Maria Hahnenkamp, Anna Jermolaewa, Werner Reiterer, Constanze Ruhm oder Emil Siemeister, vereinen Kunst und Information. Gleichermaßen für Blinde und Sehgestörte wie für Sehende erdacht, schaffen sie außerhalb der visuellen Erfahrungswelt liegende sinnliche Begreifbarkeitsebenen.

Ein Sehender sieht eine solche Station - zugleich auch immer ein sichtbares Kunstwerk - ganz anders, als sie ein Blinder wahrnimmt. Für den einen kann der optische Charakter des Objektes dominieren, während für den anderen die haptischen oder akustischen Qualitäten im Vordergrund stehen.

Aus den Kunst-Begegnungen kann sich eine neuer Zugang zur Kunst entwickeln. Hauptsinn und Aufgabe des Museums im Stift Admont soll vor allem sein, sehgeschädigten Menschen einen Zugang zur aktuellen Kunst zu ermöglichen. In Sehenden wiederum soll das Bewusstsein über die so ganz andere Welt der Nichtsehenden sensibilisiert werden.

Wichtig ist dem Kloster die Kooperation von Vertretern der Kunst und Kultur, Bildung, Wissenschaft, Medizin sowie von Blinden und Sehgestörten auf nationaler und internationaler Ebene. Für diesen spezifischen Sammlungsteil entstehen im Rahmen des „MADE FOR ADMONT“-Programmes jährlich neue Werke. Kunstwerke bitte berühren!


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Stift Admont - Museum für Gegenwartskunst
Detail: Werner Reiterer, Ohne Titel, 2002/2003 - eine blindenspezifisch orientierte Skulptur