Baugeschichte
In dem großangelegten Plan zu einer völligen spätbarocken Neugestaltung des Stiftsgebäudes, den der Baumeister Gotthard Hayberger aus Steyr um 1735 vorgelegt hatte, war im Nordtrakt ein repräsentativer Bibliothekssaal vorgesehen. Dieser durch zwei Geschosse reichende und sich über die gesamte Länge und Breite des Traktes erstreckende Saal ist auch tatsächlich (in einer freilich nicht mehr zeitgemäßen Formensprache) gebaut worden, doch wies das ganze auf bis dahin unbebautem Raum errichtete Gebäude so schwerwiegende statische Mängel auf, dass es abgebrochen und neu errichtet werden musste.
Als man der bautechnischen Probleme auch weiterhin nicht Herr werden konnte, erwog der aus Graz berufene Stadt- und Hofbaumeister Joseph Hueber, der ab 1764 in Admont an Haybergers Stelle getreten war, zunächst noch eine Sanierung des Nordtraktes. Im Zuge einer größeren Umgestaltung des Gesamtkonzeptes ging er jedoch schon sehr bald dazu über, die nunmehr auch in ihren architektonischen Formen neu konzipierte Bibliothek in den südlichen Flügel des Osttraktes zu verlegen. Dieser langgestreckte Bau musste allerdings erst an der Stelle des hier stehenden frühbarocken Gebäudes aus der Zeit um 1630 neu errichtet werden, das (ebenfalls in seinem südlichen Teil) den alten, 111 Fuß langen Büchersaal beherbergt hatte und nun abgebrochen wurde.
Zum Teil schon 1770, zur Gänze aber wohl erst 1773 war der Rohbau des neuen Osttraktes fertiggestellt, denn im Verlaufe dieses Jahres konnte man bereits mit dem Innenausbau der Bibliothek beginnen, an dem auch der Grazer Bildhauer Veit Königer beteiligt war. Im Jubiläumsjahr 1774 (das Stift Admont konnte damals auf sein 700-jähriges Bestehen zurück blicken) wurde der Vertrag mit dem Maler Bartolomeo Altomonte geschlossen, der in den Sommermonaten der beiden folgenden Jahre, unterstützt von Georg Dallicher, den Freskenzyklus in den sieben Deckengewölben schuf.
Anschließend erfolgte die weitere Ausgestaltung des Innenraumes: Die Verlegung des Marmorfußbodens (die Steinplatten waren bereits ab 1772 angeschafft worden), der Einbau der Bücherregale mit der in den Flügelsälen umlaufenden Galerie und die Anbringung der vom (bereits 1765 verstorbenen) Stiftsbildhauer Josef Stammel geschaffenen Skulpturen. Im Jahre 1777 konnte der Bibliothekar P. Mathias Fritsche die Bücher, etwa 35.000 Bände, in die für einen doppelt so großen Bestand dimensionierten Regale einräumen und den ersten Teil seines Katalogwerkes fertig stellen.









