Auf den Spuren der Admonter Benediktiner
Der Gedanke, dass Mönche von ihrer Hände Arbeit leben sollten, findet in der für die Ausbildung des abendländischen Mönchtums formativen Regel des heiligen Benedikt prominenten Niederschlag. Die Strukturierung des klösterlichen Alltags entlang der alternierenden Prinzipien des Gebets und der Arbeit ließen die Klöster über die unmittelbare Bedarfsdeckung hinausgehend bald als bedeutende Wirtschaftsfaktoren in Erscheinung treten.
Auch wenn das Leben der einzelnen Mönche immer schon von persönlicher Besitzlosigkeit geprägt war, wurden Ordensniederlassungen seit alters her bei ihrer Gründung mit einer entsprechenden Dotation an Grund und Boden ausgestattet, um ihnen das wirtschaftliche Überleben zu ermöglichen. Schenkungen und Zuwendungen von verschiedensten Gönnern trugen im Lauf der Jahrhunderte zu einer beträchtlichen Mehrung der weltlichen Güter bei und erklären territorial verstreute Besitzverhältnisse der monastischen Niederlassungen, die weit über die unmittelbare Umgebung der Klöster hinausreichen. Im Bestreben, diese verstreuten geschichtlichen Wirkungsstätten benediktinischen Geistes in ein kulturell-kulinarisches Rahmenprogramm zu integrieren, wurde vor einiger Zeit ein touristisches Paket geschnürt, das den historischen Aktionsradius der Admonter Benediktiner über die heutigen Staatsgrenzen hinaus nachzeichnet.
Den Auftakt der dreitägigen Reise bildet ein Besuch von Stift Admont mit der Besichtigung der im Vorjahr generalrestaurierten, weltgrößten Stiftsbibliothek, welche die mannigfaltigen Hervorbringungen der im monastischen Bereich gepflegten Gelehrsamkeit eindrucksvoll vor Augen führt. Vor dem Mittagessen im Stiftskeller bleibt Zeit, sich die weitläufigen musealen Bereiche anzusehen oder durch die stiftischen Gartenanlagen zu spazieren.
Das Nachmittagsprogramm widmet sich der näheren Umgebung des Stiftes und führt zunächst zur pittoresken, barocken Wallfahrtskirche Frauenberg, in deren jahrhundertelanger Tradition als Marienpilgerstätte ein Gnadenbild aus dem frühen 15. Jahrhundert den Angelpunkt gelebter Volksfrömmigkeit vergangener Tage bildete. Die privilegierte Höhenlage eröffnet den Blick auf eine malerische Bergkulisse, die auf dem Areal angelegte Gartenanlage samt Koi-Teich lädt zum Verweilen ein. Aus dem Geiste barocken Repräsentationsbedürfnisses hervorgegangen, thront das Mitte des 17. Jahrhunderts unter Abt Urban Weber errichtete Schloss Röthelstein, welches als letzter Programmpunkt angesteuert wird, auf einer Anhöhe mit Blick auf die Klosteranlage. Inmitten sorgsam restaurierter historischer Substanz findet der Abend einen stimmungsvollen, kulinarischen Ausklang und auch das Nachtquartier wird hier bezogen.
Aufschlüsse darüber, wie die Admonter Äbte im Gefolge der sich durchsetzenden Gegenreformation zu Burgherren im Paltental wurden, vermittelt ein geführter Rundgang durch die wehrhafte Anlage Burg Strechau, mit dem der zweite Tag der Rundreise beginnt. In ihren Räumlichkeiten konservierte Zeugnisse der einst florierenden protestantischen Kultur verweisen auf ihre wechselvolle Geschichte während der religiös bewegten Jahrzehnte des ausgehenden 16. und beginnenden 17. Jahrhunderts. Die historischen Gemäuer bergen darüberhinaus eine Automobilausstellung, die das Herz jedes Oldtimerfans höher schlagen lässt.
Mit traditioneller südsteirischer Küche verwöhnt das Restaurant im Viersterne-Hotel Staribacher in Leibnitz bei einem 3-gängigen Menü und stimmt auf den nächsten Programmpunkt, einen Besuch des stiftischen Weinguts Dveri Pax auf dem Gebiet des heutigen Sloweniens ein. Im wenige Kilometer von der österreichischen Staatsgrenze entfernten Jarenina erlaubt eine Besichtigung der Produktionslagen interessante Einsichten in den Prozess der Vinifikation und mündet in einer Verkostung erlesener Tropfen im historischen Weinkeller.
Die erste Schenkung eines Gutshofes in der ehemaligen Untersteiermark, die bereits ins 12. Jahrhundert zurückgeht, markiert den Beginn benediktinische Weintradition, die durch die kriegerischen Ereignisse zu Beginn des 20. Jahrhunderts eine gemessen an ihrem langen Bestand vergleichsweise kurze Unterbrechung erfahren hatte. Seit 2005, nach langwierigen Verhandlungen im Zuge des Denationalisierungsprozesses Sloweniens wieder zur Gänze im Admonter Besitz, wird das Weingut behutsam revitalisiert, um an die einstige Reputation der Admonter Weine anzuknüpfen.
Übernachtet wird diesmal im zentral gelegenen Viersterne-Hotel Piramida in Maribor, der zweitgrößten Stadt Sloweniens am Fuße des Pohorje-Gebirges. Die Draustadt kann am dritten und letzten Tag auf eigene Faust erkundet werden. Auf einem Rundgang durch das historische Zentrum darf ein Besuch des Hauses der Alten Rebe im Viertel Lent nicht fehlen, an dessen Mauerwerk seit über 400 Jahren die weltälteste edle Rebe emporwächst. Optional wird auch ein Besuch des Thermalparks der 30 Kilometer von Maribor entfernt gelegenen Therme Ptuj angeboten, der mit seinen 4200m² Wasserfläche bei leicht mineralhaltigem Wasser mit umfassenden Erlebnis- wie Entspannungsangeboten lockt. Aufgrund der höchst positiven Aufnahme des Angebots befinden sich weitere Pakte bereits in Planung.
Paketpreis pro Person: ab Euro 150,-
Mindestteilnehmerzahl: 20 Personen
Anfragen unter:
museum@stiftadmont.at
mobil: +43 3613/23 12-601