Letzte Chance für die Prinzhorn Collection bis 8. November 2009

Noch bis 8. November 2009 ist die Prinzhorn-Collection, eine Sammlung von Werken psychiatrischer Patienten aus der Universitätsklinik Heidelberg, im Stift Admont zu sehen. Diese Sammlung ist erstmals in dieser Form in Österreich ausgestellt. Inmitten der Klostermauern im Museumskomplex des Stiftes Admont öffnet man mit dieser Ausstellung den Besuchern eine neue Sichtweise auf die Kunst.

Die Zeichnungen, Gemälde, Collagen, Textilien, Skulpturen und Texte, die Hans Prinzhorn (Arzt und Kunsthistoriker, 1886–1933) zu Beginn des 20. Jahrhunderts sammelte, wurden ausnahmslos von Menschen geschaffen, die Patienten psychiatrischer Kliniken waren. Menschen sind von diesen Werken ungeheim fasziniert. Diese Wanderausstellung von Heidelberg war zuvor bereits in Stavanger und anschließend in Prag zu sehen war, wo bereits 13.000 Menschen in ihren Bann gezogen wurden, bevor sie nun erstmals in Österreich gezeigt wird. Die Prinzhorn-Sammlung spielte eine Schlüsselrolle bei der Entstehung der modernen Kunst. Sie soll in ihrem historischen Kontext vorgestellt werden, auch was den Missbrauch durch die Goebbels-Propaganda betrifft.

Dass Hans Prinzhorn diese Sammlung zusammentrug, hat viel dazu beigetragen, die künstlerische Leistung der Patienten zu würdigen. Noch bis 8. November 2009 lädt die Ausstellung dazu ein, sich mit der besonderen Sichtweise der Künstler zu beschäftigen. Die meisten von ihnen wurden erst nach einer Erkrankung schöpferisch tätig. Umso erstaunlicher ist es, dass gerade sie es waren, die berühmte Künstler wie Paul Klee oder Pablo Picasso in ihrer Arbeit inspirierten. Sind es doch Exponate, die auf eigentümliche Weise einen direkten Zugang zu den Empfindungen der Künstler eröffnen. Und diesen Weg zu beschreiten, das ist sicher auch für Künstler von Weltruhm außerordentlich reizvoll.

Wie es zu der Ausstellung im Stift Admont kam, ist ein vor 14 Jahren begonnenes Gespräch zwischen Dr. Michael Braunsteiner und dem jetzigen Subprior P. Winfried Schwab, der vor seinem Eintritt in das Kloster in Heidelberg studiert hat. Damals hat es zwar das großartige Museum im Stift Admont noch nicht gegeben, aber der Wunsch für diese Ausstellung wurde bereits geäußert. Die höchste Qualität und die für Besucher aufgrund der figurativen Darstellung einfach wahrnehmbaren Werke regen an, sich damit auseinander zu setzen. Besonders interessant ist die Tatsache, unter welchen Umständen diese Werke entstanden sind. Es ist jedoch hinzuzufügen, dass die Diagnosen der Psychiatriepatienten nicht veröffentlicht wurden, da sie den Blickwinkel einschränken und den Zugang zu den Bildern erschweren würden.


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