A-8911 Admont 1
T: +43 (0) 3613/2312-601
kultur@stiftadmont.at
Öffnungszeiten
Bibliothek & Museum:
25. März - 4. Nov. 2012
täglich 10 - 17 Uhr
außerhalb der Saison auf Anfrage
Noch bis 8. November 2009 ist die Prinzhorn-Collection, eine Sammlung
von Werken psychiatrischer Patienten aus der Universitätsklinik
Heidelberg, im Stift Admont zu sehen. Diese Sammlung ist erstmals in
dieser Form in Österreich ausgestellt. Inmitten der Klostermauern im
Museumskomplex des Stiftes Admont öffnet man mit dieser Ausstellung den
Besuchern eine neue Sichtweise auf die Kunst.
Die Zeichnungen,
Gemälde, Collagen, Textilien, Skulpturen und Texte, die Hans Prinzhorn
(Arzt und Kunsthistoriker, 1886–1933) zu Beginn des 20. Jahrhunderts
sammelte, wurden ausnahmslos von Menschen geschaffen, die Patienten
psychiatrischer Kliniken waren. Menschen sind von diesen Werken
ungeheim fasziniert. Diese Wanderausstellung von Heidelberg war zuvor
bereits in Stavanger und anschließend in Prag zu sehen war, wo bereits
13.000 Menschen in ihren Bann gezogen wurden, bevor sie nun erstmals in
Österreich gezeigt wird. Die Prinzhorn-Sammlung spielte eine
Schlüsselrolle bei der Entstehung der modernen Kunst. Sie soll in ihrem
historischen Kontext vorgestellt werden, auch was den Missbrauch durch
die Goebbels-Propaganda betrifft.
Dass Hans Prinzhorn diese
Sammlung zusammentrug, hat viel dazu beigetragen, die künstlerische
Leistung der Patienten zu würdigen. Noch bis 8. November 2009 lädt die
Ausstellung dazu ein, sich mit der besonderen Sichtweise der Künstler
zu beschäftigen. Die meisten von ihnen wurden erst nach einer
Erkrankung schöpferisch tätig. Umso erstaunlicher ist es, dass gerade
sie es waren, die berühmte Künstler wie Paul Klee oder Pablo Picasso in
ihrer Arbeit inspirierten. Sind es doch Exponate, die auf eigentümliche
Weise einen direkten Zugang zu den Empfindungen der Künstler eröffnen.
Und diesen Weg zu beschreiten, das ist sicher auch für Künstler von
Weltruhm außerordentlich reizvoll.
Wie es zu der Ausstellung
im Stift Admont kam, ist ein vor 14 Jahren begonnenes Gespräch zwischen
Dr. Michael Braunsteiner und dem jetzigen Subprior P. Winfried Schwab,
der vor seinem Eintritt in das Kloster in Heidelberg studiert hat.
Damals hat es zwar das großartige Museum im Stift Admont noch nicht
gegeben, aber der Wunsch für diese Ausstellung wurde bereits geäußert.
Die höchste Qualität und die für Besucher aufgrund der figurativen
Darstellung einfach wahrnehmbaren Werke regen an, sich damit
auseinander zu setzen. Besonders interessant ist die Tatsache, unter
welchen Umständen diese Werke entstanden sind. Es ist jedoch
hinzuzufügen, dass die Diagnosen der Psychiatriepatienten nicht
veröffentlicht wurden, da sie den Blickwinkel einschränken und den
Zugang zu den Bildern erschweren würden.